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26. August 2010
Die meisten wissen es ja schon, ich bin wieder zurück! Die Zeit in
Sydney wurde für Therry und mich zu langweilig. Wir hatten alles schon
gesehen und sind ja nun gar nicht der Partytyp. Unterkunft hatten wir zwar frei,
mussten aber viele Überstunden machen. Zur Beschäftigung sind wir fast
täglich in die Stadt oder auf den Markt gegangen und haben nur Geld
ausgegeben. Naja, wir hätten noch ziemlich viel Geld bis zu unserem
eigentlichen Flugtermin (14.9.) ausgegeben. Daher haben wir am Sonntag, den 15.8.
entschieden, dass wir eher nach Hause wollen. Therry musste früh arbeiten,
daher bin ich alleine durch die Stadt gezogen, um den Flug umzubuchen. Habe mich
auch gar nicht mal sooo oft verlaufen ;)
Nachdem ich also erfahren hatte, dass Emirates nichts mit Etihad zu tun hat, bin
ich zum anderen Gebäude gedackelt und noch mal mit einem superschnellen
Fahrstuhl in den 36. Stock gefahren (dauert ca. 4-5 Sekunden). Die Frauen mit dem
schicken Schleier haben mich auch gleich bedient. Der Flugtermin war am Mittwoch,
sodass ich zu Brunos Geburtstag am Donnerstag da sein würde. Die Umbuchung
hat uns zwar 90 Euro pro Ticket gekostet, war es aber wert! Denn in einem Monat
hätten wir noch mehr ausgegeben.
Am letzten Tag wollten wir noch mal gut Essen gehen, haben jedoch Nichts
gefunden, zumindest Nichts, das unter 25$ Vorspeise los ging.
Glücklicherweise ist im Hostel gerade eine Minipizzaria eröffnet
worden. Das hieß: Free samples! Wir hatten aber nur 2 verschiedene
Stücken probiert, dann für 10$ eine Sweet Sydney Pizza bestellt. Also
so was Leckeres hab ich lange nicht gegessen! Die eine Pizza hat uns beiden
gereicht und war dermaßen lecker... WOW!
Aber gut, auch die letzte Nacht ging vorbei und am nächsten Tag waren wir
schon am Flughafen. Dort noch ewig rumgesessen, noch eine Eisschokolade
getrunken, weiter rumgesessen, dann endlich mal ins Flugzeug. Der erste Flug nach
Abu Dhabi ging Stunden und unser Bildschirm ging nicht. Das hieß, keine
Filme gucken! Juhu! Okay, ich hab einen auf meinem Laptop geguckt, mich die
restliche Zeit aber gelangweilt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir in
Abu Dhabi an - 23 Uhr. Leider nur 1 Stunde Aufenthalt - also nicht schlafen
:( Mit dem Bus wurden wir zum Flugzeug
gefahren - es war echt heiß! 32 Grad und schwül. Ich war echt froh
über mein Wechselshirt. Der Weiterflug war besser. Nur 6 Stunden, wovon ich
einige schlafen konnte und den Rest Filme geuckt hab.
Tja, und 6:20 Uhr sind wir in Frankfurt gelandet, wo Papa mich mit wedelndem
Fähnchen begrüßt hat.
Auf dem Rückweg waren wir erst deutsch bei McDonald's ein Eis essen, dann
beim Asia Imbiss.
Für uns ist es total ungewohnt, so viele deutsch (und vor allem
sächsisch) sprechende Leute um uns herum zu haben. Naja, und natürlich,
dass alle Deutschen so verklemmt und unfreundlich sind. Das ist wirklich ein
krasser Gegensatz zu Australien.
Zum Schluss möchte ich noch allen danken, die meine Mails gelesen und mir
auch (gelegentlich) geschrieben haben. Ganz besonderen Dank auch an alle, die
mich hier unterstützt und mir diese Erfahrung erst ermöglicht
haben!
Es werden demnächst noch ein paar Fotos kommen, die letzten aus Sydney. Ich
plane auch, ein paar Fotoalben zu machen (eins wird wohl nicht reichen ;P), gebe
Bescheid, wenn sie fertig sind (vielleicht zu meinem Geburtstag, mal sehen). Auch
wird es noch ein "FAQ" auf meiner Homepage geben, da mir oft die gleichen Fragen
immer wieder gestellt wurden. Also einfach ab und zu mal vorbeischauen!
Macht's gut!
Eure Marie
10. August 2010
Wirklich, hier ist alles möglich! Ich glaube nicht, dass sich noch jemand
daran erinnert, aber als wir das erste Mal in Sydney waren (also Oktober 2009 -
lange her), haben wir Sabine und Ayana kennen gelernt. Sabine war zur gleichen
Zeit wie wir in Melbourne und so haben wir uns noch mal getroffen. Auch in WA
haben wir mehrmals 2 Deutsche getroffen und festgestellt, dass Australien
wirklich klein ist. Es ist nicht nur klein, sondern auch ein Dorf! Back in
Sydney, im Harbour City Backpackers, Raum 208 haben Therry und ich beschlossen,
für unsere Unterkunft zu arbeiten, denn beim Wwoofen sagen alle ab (die
wissen halt nicht, dass wir so super arbeiten, tse, denen entgeht was!). Also, um
Geld zu sparen, kann man hier 14 Stunden die Woche arbeiten. Es gibt 3
verschiedene Schichten - 8-13 Uhr, 10-15 Uhr und die Nachtschicht: 8-11 Uhr,
wobei die am blödesten ist. Ansrengend sind alle und man ist auch immer
beschäftigt. Nico, der Manager (oder sowas Ähnliches) sagt uns dann
immer, was wir alles falsch gemacht haben (wir mögen ihn nicht). Naja, um
aufs eigentliche Thema zurück zu kommen: Therry und ich haben die erste
Nachtschicht zusammen geputzt - waren gerade bei den Bädern, da quietscht
uns auf einmal jemand an und fällt uns um den Hals. Tatsächlich! Wir
haben es selber kaum geglaubt - Ayana! Zur selben Zeit im gleichen Hostel, nach
10 Monaten! Tja, Australien ist klein :-D Ein
Dorf ;-P Haha, wir haben uns echt gefreut und
wollten auch reden, nur leider mussten wir gerade putzen und sie auch weg. Ich
glaube, sie ist schon wieder weg, sehr schade, hätte wirklich gern gewusst,
was sie so gemacht hat.
Naja, ich habe den Anfang der Woche nur geputzt, einmal sogar früh und
spät, dann noch zwei mal früh. Dazu gehört 3 Etagen Klos und
Duschen putzen, den Floor ganz unten saugen und wischen, draußen die
Zigarettenkippen aufsammeln und dann noch alle anderen 3 Etagen inklusive aller
Zimmer saugen. Dauert 2 Stunden, bis man überall durch ist (wenn man sich
beeilt). Aber man spart 130$ pro Woche (und muss keinen andern job suchen).
Morgen hab ich endlich frei, dann ist Therry dran! Und da wir wahrscheinlich
nichts anderes mehr finden, werden wir das bis zu unserem Abflug im September
machen.
Tja, hier ist es nach wie vor kalt und im Moment regnet es auch wieder, wird also
eher nichts mehr mit Strand! Shoppen waren wir auch wieder (viel zu oft
:-( ). Mach mir schon Sorgen, wie ich das
ganze Zeug in meinen Rucksack stopfen soll. Werde wohl wieder viel hierlassen
müssen, aber dafür gibt's für Einige ein paar Souvenirs - das
beste natürlich für mich: Mein Kängurufell!
Ich habe schon Anfragen wegen einer Welcome-back-Feier bekommen - bis jetzt ist
nichts geplant und wenn es nicht eine Überaschungsfeier wird, wird es wohl
auch keine geben. Außer vielleicht eine kleine zu meinem Geburtstag
:-) Oh Gott, ich werd alt! Aber damit
plag ich mich jetzt noch nicht rum! Ich genieße die letzten Wochen in
Australien und freue mich auch schon etwas auf zu Hause.
Bis dahin, Marie
05. August 2010
Ich hoffe, ihr genießt die warme Zeit, wir frieren hier nämlich ganz
schön! Den Job auf dem Fischerboot haben wir nicht bekommen, der Typ hat
sich nicht mehr gemeldet und uns war das zu anstrengend. Auch der Schuljob war
dann zu Ende und wir haben kurzerhand einen Flug nach Sydney genommen. Seit
Montag sind wir wieder in dem Hostel, wo wir auch schon die erste Zeit verbracht
haben - haben sogar den selben Raum bekommen! Es war schon eine sehr gute Idee,
einen Teil unseres Gepäcks nach Deutschland zu schicken, auch wenn mich das
Paket 80$ gekostet hat :( und das mit dem
Seeweg... Aber jetzt müssen wir es nicht mehr mitschleppen. Als unser
Gepäck am Flughafen gewogen wurde, hat die Anzeige bei Therrys Rucksack 20kg
angezeigt - mehr darf man ja auch nicht mitnehmen! Ich hatte ganz schön
Mühe, alles in den Rucksack zu stopfen, sind halt doch zu viele Souvenirs...
wobei mein Kängurufell gar nicht soooo viel Platz wegnimmt. Da ich
sicherlich noch mehr in Sydney kaufen werde, müssen ein paar Sachen wieder
weg. In Darwin hatten wir noch einen kleinen Teil in den OP Shop (Second hand
Laden, wobei die Einnahmen meist an Kirchen oder Schulen gespendet werden)
gegeben. Als wir dann selber dort gucken waren, habe ich meinen Badeanzug
gefunden :) OP Shops sind toll - da kostet
Sachen nicht mehr als 2$ und sehen teilweise auch noch richtig gut
aus!
Nun gut, jetzt sind wir also wieder in Sydney, was machen? Wir waren schon im
Aquarium, wo ich endlich mal ein Schnabeltier sehen wollte, aber das hat sich
echt gut versteckt. Wir haben nur das Hinterteil gesehen. Groß sind die
nicht, nur 30cm lang! Dafür haben wir aber ein Dugong (Seekuh) gesehen. Die
sind riesig! Wurden früher für Meerjungfrauen gehalten. In einem
anderen Tunnel konnte man unter Haien und Rochen durchgehen. Die waren echt
riiieeesig! Schon beeindruckend, wenn ein Rochen, mit einer Spannweite von 2.5m
über einem hinweg "fliegt" oder 3 Haie auf einen zu schwimmen.
Natürlich gab es noch alle anderen Arten von Fischen, die beliebte "Findet
Nemo" Reihe, haufenweise Krebse, Krabben (auch riesig!) und Tintenfische. Da
musste ich an meine Bio Abi Prüfung denken - da ging es um den giftigen
blaugeringelten Tintenfisch. Den hatten sie auch! Es ist der giftigste
Tintenfisch und er ist nur ungefähr 3cm groß. Hatte erst
Mühe, ihn zu finden, haha. Seepferdchen, Aale und ein Steinfisch, der
wirklich wie ein Stein aussah, bunte Korallen, Seeigel, Haifischeier zum Anfassen
und noch viel mehr konnte man sich angucken. Auch hatten sie ein
lebensgroßes Modell vom Großen Weißen - er heißt nicht
umsonst der "Große Weiße". Mehr als 3m lang und ca. 1.50m hoch, ist
er schon ziemlich beeindruckend. Erst dachte ich ja, das Modell sei
groeßer, doch als dann im Hintergrund ein Film lief, wo ein Taucher neben
einem Hai hergeschwommen ist, war mir klar, dass die wirklich so riesig sind. Im
Fernsehen sahen die viel kleiner aus...
Okay, genug vom Aquarium. Gestern war Markttag, dehalb sind wir mit dem Free Bus
zum Paddy's Market gefahren. Alle Souveniers sind dort um Einiges billiger, ich
hätte also mein Fell dort kaufen sollen, aber egal! Wir haben noch ein paar
Kleinigkeiten mitgenommen und anschließend einen Obst- und
Gemüseeinkauf gemacht (alles sehr billig). Am Abend gabs dann Reis mit
Paprika, Pilzen, Tomaten und Ei - bestes Essen seit langem.
Auch den Papierkram haben wir schon hinter uns. Allerdings nicht problemfrei. Es
scheint, als hätte Helen keine Steuern gezahlt, was wir nicht glauben. Wenn
alles okay ist, haben wir unser Steuergeld (für mich immerhin 900$) in 1 bis
2 Wochen, wenn wir Pech haben, dauert es 8 Wochen. Wir sollen dann einfach unsere
deutschen Kontodetails schicken. Ich hoffe ja, dass alles gut geht! Helen hat uns
ja extra noch rausgesucht, wie wir unsere Steuern wieder bekommen, daher glaube
ich nicht, dass sie sie nicht bezahlt hat.
Im Moment sind wir schon wieder auf Jobsuche und wollen Wwoofen gehen (Arbeit
für Unterkunft und Essen). Die erste Farm (eine Cattle Station mit Pferden
und Motorrädern) hat leider abgesagt, aber wir werden noch ein paar andere
Farmen anschreiben. Ich habe natürlich nur die Anbieter rausgesucht,
die eine Farm haben (und wenn's eine kleine ist) und auch Pferde ;)
17. Juli 2010
Nach Kathrine sind wir ja zum Litchfield nat. Park gefahren. Der ist wirklich
beeindruckend! Kostet keinen Eintritt, nur wenn man dort campen will soll man
6,60$ die Nacht bezahlen. Mit unserem 4WD haben wir "The Lost City" besucht, 10km
quer durch den Dschungel. Rausgekommen sind wir dann an einem riesigen "Feld", wo
überwucherte Sandsteine standen. Es sah wirklich aus, wie eine uralte
verlassene Stadt! Hindurch führte ein kleiner Rundweg. Auf dem Rückweg
sind uns unzählige Autos entgegen gekommen. Teilweise war es gar nicht so
leicht, aneinander vorbei zu kommen, da es ja nur eine Spur gab. Durch den nat.
Park führen einige Flüsse, in denen man zur Trockenzeit auch baden
gehen kann. Es gibt unzählige Wasserfälle und Wasserfällchen.
Zwischendurch hat man wieder tiefere Stellen, die perfekt zum Schwimmen sind.
Früh am Morgen sind wir zu einem besonders schönen Wasserloch
aufgebrochen und waren sogar die Einzigen dort. Erst später wurde es voll.
Ich habe mit meinem Schnorchelzeug versucht, Fische zu fangen - ohne Erfolg
:( Hat aber Spass gemacht. Am großen
Wasserfall konnte man sich eine schöne Massage holen, musste allerdings auch
erst mal gegen die Strömung dort hin schwimmen! Als es uns dann zu voll
wurde, sind wir weiter gefahren. Riesige und schmale Termitenhügel haben wir
gesehen. Die hießen magnetische Termitenhügel (oder so ähnlich).
Das Geld und die Schlüssel hat's uns aber nicht aus den Taschen gezogen
;P
Danach haben wir Litchfield schon hinter uns gelassen und sind nach Darwin rein.
Der erste Caravanpark war nicht so toll. Das Zelt stand direkt am Highway,
wodurch es ziemlich laut war. Nachts haben sich dann 2 Possums angefaucht und
früh flogen schon wieder die Flugzeuge über uns. Naja, der Flughafen
ist ja auch sehr zentral... Am Sonntag haben wir erst 2 Märkte besucht, von
denen ich sehr enttäuscht war. Die waren echt klein - nach 10min waren wir
schon durch. Man konnte auch nur Obst, Fisch, ... kaufen. Aber der dritte war
besser. Das war der Mindi Beach Sunset Market. Der ist größer, bietet
auch ein paar Souvenirs und andere Dinge an. Sehr viel Essen, aber auch etwas
Unterhaltung. So haben wir eine Band gesehen, die Didgeridoos und Schlagzeug
gespielt hat. Leider war die CD echt teuer, sonst hätten wir die gekauft!
Etwas später haben wir noch 2 Feuershows gesehen. Die waren nicht schlecht.
Auch der Sonnenuntergang war schön.
Tja, das war schon unser letzter gemeinsamer Tag. Wir sind in einen anderen
Caravanpark umgezogen - billiger und besser und Romain ist kurz darauf auch
abgehauen. Therry und ich sind durch die Stadt gelatscht und haben in allen
Hostels Zettel verteilt - Auto verkaufen. Einer hat sich unseren Van schon
angeguckt und wollte ihn für 1500$ haben. Das ist echt zu wenig! Wir haben
ihn für 3200$ angeboten. Heute treffen wir uns noch mal mit anderen
Intressenten. Auch wollten wir noch mal arbeiten - etwas mehr Geld in der Tasche
ist doch immer toll! Wurden auch ziemlich schnell fündig: 3 Tage lang in
einer Schule arbeiten. Alles muss sauber sein, wenn die Schüler wieder
kommen. Bezahlt war die Arbeit auch klasse! In den 3 Tagen haben wir 625$
verdient. Steuern müssen wir dabei nicht zahlen - gibt irgendeine
Sonderregelung dafür :) Am Montag
arbeiten wir noch mal, danach sehen wir weiter. Vielleicht bekommen wir noch
einen Job auf einem Fischerboot. Was genau wir da machen müssen, wissen wir
noch nicht und wir können auch anfangen, wann wir wollen, meinte Bernie (der
Arbeitgeber). Mal sehen. Dann hätten wir einen Job bis Anfang September.
Einen Flug nach Sydney zu finden, sollte nicht so schwer werden. Noch mal den
ganzen Papierkram dort erledigen und schon geht's wieder zurück nach Hause
:( Da ich so Einiges an Souveniers gekauft
habe, werden wir wohl einen Teil unseres Gepäcks wegschmeißen und
Anderes mit der Post nach Hause schicken. Wird schon alles irgendwie
ankommen.
So, die Wäsche ist fertig gewaschen - ich muss jetzt aufhängen gehen.
Macht's gut!
09. Juli 2010
Vor ein paar Tagen haben wir Broome verlassen und sind zum Northern
Territory aufgebrochen. Wir hatten uns gegen den Highway entschieden, weil der
einfach mal zu lang ist! Daher sind wir quer durch den Busch. Naja, ganz so
schlimm nun auch wieder nicht. Wir haben die Gibb-River-Road genommen. Gleich am
Anfang gings über ne Brücke und genau vor mir ist so ein blöder
Corealla-Kakadu Schwarm aufgestiegen. Der erste ist vorbei und die anderen
müssen da natürlich hinterher. Naja, alle bis auf den 2. konnten
abdrehen – der hatte leider Pech: WUMM. Hat echt ganz schön geknallt!
Aber wenigstens hatten wir danach weder Kakaduschlag in der Scheibe, noch nen
Blutfleck drauf. So, danach ging die Straße in eine Gravelroad über.
Ganz schön staubig! Vor allem, wenn einem Autos auch noch entgegen kommen.
Ich hab mir die Straße voll verlassen vorgestellt, weil die Infofrau in
Broome gemeint hatte, man bräuchte nen guten 4WD und im Lonely Planet steht
auch, dass man ein erfahrener 4WD-Fahrer sein soll. Also, wir haben alles mit
unserem Auto durchquert! Auch die Creeks, die ausnahmsweise auch mal Wasser
hatten. Also von den Tausenden, die ich in Australien schon durch- oder
überquert hatte, waren das die ersten 5 mit Wasser. Einer war auch etwas
tiefer und unser Auto hat danach kurz zu tun gehabt. Vor dem letzten Fluss hatten
wir Angst. Der soll sehr unterschiedliche Tiefen haben und Krokodile gibt es ja
ab Broome sowieso. Als wir dann dort angekommen sind, ist gerade ein Auto mit
Anhänger durch. Voll flach! Hat zwar übelst gehuckelt, aber wir sind
ganz fix und easy durch. Na was denn auch sonst! Hab unser Auto gelobt, es hat
uns bis jetzt nie im Stich gelassen.
Zwischendurch war ein Stück richtig blöd. Ungefähr 70km nur
Huckel. Wir mussten mit 15km/h drüber, daher war es schon ziemlich dunkel,
als wir den Rastplatz gefunden haben. Dort waren zwei ältere Leute, die
haben uns an ihr Feuer eingeladen. Nachts haben dann die Dingos geheult, das war
vielleicht unheimlich! Hehe, und bevor wir angekommen sind, mussten wir kurz
anhalten, weil zwei Bullen mitten auf der Straße eine
Meinungsverschiedenheit zu diskutieren hatten. Mir hat das zu lange gedauert und
mit etwas Hupen habe ich dem weißen Bullen zum Sieg verholfen.
Am nächsten Tag haben wir die Grenze zum Northern Territory überquert.
Mussten unsere Uhren 1 ½ Stunden vorstellen. Jetzt stimmt doch unser
Zeitgefühl wieder nicht! Es wurde schon langsam spät und wir mussten
uns überlegen, an welchem Rastplatz wir bleiben wollen. Als wir am Timber
Creek waren, haben wir beschlossen, dort zu bleiben, da der nächste
Rastplatz noch über 100km weg war. Unser Auto war so freundlich, uns diese
Entscheidung abzunehmen - mit einem Rattern ging der Motor aus. Abkühlen
lassen und nachsehen, was los ist. In der Zwischenzeit sind Therry und ich zur
Tankstelle gegangen und haben für eine Nacht bezahlt. Wieder am Auto konnten
wir die Ursache des Breakdowns immer noch nicht feststellen, daher haben wir zu
dritt unseren schweren grünen Van die 100m in den Caravanpark geschoben. Ein
paar Leute haben uns geholfen und noch mehr haben uns viel Glück
gewünscht. Wir hatten eigentlich richtig Glück, denn genau neben der
Tankstelle war eine kleine Werkstatt. Am nächsten Tag ist der
Werkstattbesitzer zu uns gekommen und meinte, der Timingbelt (Zahnriemen) sei
futsch. Er könne aber einen bestellen. Okay, dann warten wir jetzt hier 4
Tage, bis das blöde Ding da ist. Die Zeit war echt langweilig - wir haben
uns zweimal die tägliche Krokodilfütterung angeguckt, war aber nicht
sehr spektakulär. Dann endlich, wurde unser Auto in die Werkstatt
abgeschleppt und 3 Stunden später ist mein Kontostand um 520$ gesunken. Der
Motor läuft wieder und wir haben sogar die Info bekommen, dass wir einen
neuen Deckel für unser Kühlwasser brauchen - ist nämlich undicht!
Wir dachten schon, das Teil könnten wir auch komplett vergessen (müssen
jeden Tag einen halben Liter Wasser nachfüllen).
Inzwischen haben wir Kathrine erreicht, ca. 320km südlich von Darwin. Die
letzte Nacht haben wir im Nitmiluk National Park verbracht - kostenlos, weil wir
zu spät erfahren haben, dass man ganz woanders bezahlen muss. Tja, Pech...
Heute morgen sind wir wie immer zeitig aufgestanden, haben gefrühstueckt und
auch schon den 3.2km Walking Track gemacht. Der führt anfangs an der
Schlucht entlang. Ich fand die allerdings überhaupt nicht beeinduckend - bin
eben zu verwöhnt von der norwegischen Landschaft ;P Im Moment sitz ich
auf einem Steg - Therry und Romain waren im Fluss baden, sie wurden nicht von
Krokodilen gefressen :) Nachher fahren wir
noch mal kurz nach Kathrine und dann geht's weiter Richtung Darwin. Wir hoffen,
dass wir heute noch im Litchfield nat. Park ankommen, der soll billiger und
schöner sein, als der große Kakadu Nat. Park. Dort muss man schon 25$
Eintritt bezahlen und Camping soll auch sehr teuer sein. Eine Eintagestour lohnt
sich auch nicht. Morgen sind wir hoffentlich endlich in Darwin. Ich freu
mich schon auf die Märkte!
Wenn wir Glück haben, können wir unser Auto dort verkaufen (mit sehr
viel Glück) und könnten dann noch mal arbeiten gehen. Wenn es nicht
klappt, müssen wir noch die halbe Ostküste machen und bis nach Sydney
fahren.
30. Juni 2010
Wir haben in Monkey Mia sehr gut geschlafen! Es ist erstaunlich, wie schnell die Nächte wieder wärmer werden, wenn man nur etwas nach Norden fährt. Am nächsten Morgen sind wir zeitig aufgestanden... eigentlich so zeitig wie immer - also um 7. Noch vor dem Frühstück sind wir fix zum Strand geiggelt, wo schon einige Leute gewartet haben. Und tatsächlich: 4 Delfine! Wow, ich habe noch nie Delfine gesehen! Also nur im Fernsehen. Es wurden immer mehr Leute und dann kam auch eine Frau, die hat uns erstmal wieder ein Stückchen weggeschickt, weil der eine Delfin eine Bettelpose gemacht hat. Sie meinte, dieses Verhalten sei eindeutig nicht natürlich und es sind ja alles wilde Delfine. So mussten wir warten, bis Mama Delfin sich um ihr Kalb gekümmert hat. Nach ca. 10 Minuten sind dann alle wieder zum Strand - ich hatte sogar nen Platz in der ersten Reihe! Hab auch ganz brav Fotos gemacht, muss ich nur noch bearbeiten und hochladen. Wir haben etwa 8 Delfine gesehen, wobei aber nicht alle gefüttert wurden. Ich hätte sie auch gern gefüttert, aber das Wasser war einfach mal zu kalt! Nach der Fütterung sind wir gleich aufgebrochen - nach Carnavon. Ein kleines Städtchen, wo sehr sehr viele Aborighinies leben. Waren nur kurz einkaufen und nix wie weiter. Der nächste Halt war Coral Bay, allerdings gibt es dort Nichts zu sehen! Es soll wunderbar zum Schnorcheln sein, im Moment sollen da sogar die bis zu 18m langen Walhaie zu sehen sein. Allerdings ist das Wasser eisig und es war auch sehr windig. Nochmal teuer getankt und wieder weiter. Exmouth haben wir ausgelassen, da es nicht viel anders als Coral Bay sein soll und ein ganz schöner Umweg wäre. Geschlafen haben wir auf einem Rastplatz an einem Fluss. Therry und ich waren sogar im Wasser! Sehr erfrischend :) Heute sind wir nach Karatha gefahren, haben dort aber nur getankt und gefrühstückt. Mittag haben wir dann in Prot Hedland gemacht. Dort haben wir auch eine Werkstatt aufgesucht, denn unser Spritverbrauch ist von 13,6l auf 19l/100km hochgegangen! Doch uns wurde nur gesagt, das sei normal, da wir mit starkem Gegenwind gefahren sind. Na toll! Okay, zumindest ist an unserem Auto nichts kaputt. Wir müssen eben nur so lange viel bezahlen, bis der Wind günstiger wird. Morgen fahren wir weiter nach Broome, gehen shoppen und bleiben wohl etwas dort - nur eine kurze Weile. So, jetzt seid ihr wieder auf dem neusten Stand.
27. Juni 2010
Das letzte Mal habe ich doch von unserer Ausfahrt erzählt? Also etwas
später hatten wir dann wirklich mal das Känguru gegessen - schmeckt
irgendwie anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin nicht sehr begeistert
davon, aber egal. Die letzte Zeit auf Meeberrie haben wir damit verbracht, Abfall
zu sammeln. Also sind wir mit einem Trolli und einer Mülltonne durch den
Busch gewandert und haben 100 Jahre alte Dosen, Bleche und andere
unidentifizierbare Sachen eingesammelt. Wirklich sauber ist es dort zwar immer
noch nicht, aber Helen schien sich doch etwas besser zu fühlen und wir haben
uns sportlich betätigt. Dabei sollten wir alle besonders interessant
aussehenden Dinge aufheben - die will sie später mal in ihren Garten tun...
aha! Tja, als es zu sehr geregnet hat, durften wir aufhören. Dann haben wir
das letzte Wochenende frei bekommen. War echt langweilig und es wurde uns auch
nicht bezahlt :( Die letzten Tage haben wir dann einen Zaun angefangen. 3
Abschnitte, jeweils 1.7 km lang. Craig hat mit dem Fencing Truck immer die
Metalposts in den Boden gerammt. Am Anfang haben Therry und ich die dann nur noch
perfekt grade gerückt, später mussten wir dann die 5 Drähte, von
denen 2 Stacheldraht waren, an den Post festmachen. Das war echt mühsam! Mit
nem kleinen Ding haben wir alle 5 Drähte an jeden Post mit vorgeschnittenen
und vorgebogenen Drähtchen festgemacht - da kommt keine Kuh mehr durch! In
der Mitte haben wir uns dann getroffen und sind zurück gelatscht. Am letzten
Tag habe ich die 1.7 km fast ganz alleine gemacht, weil Therry woanders geholfen
hat. Da sind wir auch Quad gefahren! Aber nur gaaanz langsam und kurz:( Hat aber
trotzdem Spass gemacht!
Tja, und dann hieß es Abschied nehmen! Der erste Abschied, der mir
richtig richtig schwer gefallen ist. Nun gut, aber wir müssen ja weiter, uns
rennt schließlich die Zeit davon. In nur 3 Monaten habt ihr mich wieder auf
dem Hals :PWir sind bis nach Geraldton gefahren, wo wir Romain eingesammelt
haben. Er ist ein 29jähriger Franzose und wird uns bis nach Darwin
begleiten. Sonst wäre es zu teuer, der Sprit kostet schließlich schon
1.45$!!! Er ist sehr nett und unklompliziert und beschwert sich nicht - auch
nicht, wenn wir deutsche Musik hören. Gestern haben wir Australien mal kurz
verlassen und sind in ein noch relativ neues Land gefahren. Wir haben
nämlich Prinz Leonard in der Hutt River Province besucht. Der Prinz
höchst perönlich hat uns herumgeführt, uns seine Sammlungen
gezeigt, zu der auch ein Teil der Berliner Mauer gehört, und auch ein paar
Fotos mit uns gemacht. Wer mehr erfahren will, hier ist die Homepage des Landes:
www.principality-hutt-river.com
Der kurze Abzweig hat uns allen 2 neue Stempel im Pass beschert – und
natürlich eine Menge neue Erfahrung und Spaß! Auch hat er uns gezeigt,
wie der deutsche und franösische Pass unterm UV-Licht aussehen,
schließlich hat er zur Passkontrolle sein eigenes UV-Lichgerät. So, im
Moment sind wir in Monkey Mia, einem Dolphin Resort und schlafen in einem
Catravanpark. Morgen früh gucken wir uns dann die Delfinfütterung an!
Die Nächte sind echt kalt geworden. Ich schlafe in 2 Schlafsäcken (der
ganz billige und ein besserer) und 2 Decken - immer noch kalt! Hach, wie ich mein
schönes warmes Bett vermisse ;( Aber was soll's! Schnell nach Norden und
hoffen, dass es dort wärmer ist!
13. Juni 2010
In den letzten Tagen ist wieder etwas Spannendes passiert. Therry und ich arbeiten immer noch auf der Meeberrie Station. Wir wurden auch wieder oft alleine gelassen, natürlich mit einer langen To-Do-Liste. Naja, lang war die Liste nicht, nur die Aufgaben. Wir durften nämlich so ziemlich alles anmalen und streichen, was es hier gibt. Klappstühle, Kamine, Wände innen und außen, … Die Wände waren am anstrengendsten, da sie zwei Schichten brauchten und teilweise in der Sonne waren. Doch wir haben es gemeistert! Helen war zufrieden mit unserer Arbeit :) Nachdem nun beide mal wieder da waren, hat Craig uns auf eine kleine Ausfahrt mitgenommen. Offiziell waren wir die Windmühlen und Wassertanks checken – die Kühe brauchen ja Wasser im Outback! Inoffiziell haben wir noch ein Gewehr mitgenommen, mehr will ich aber nicht dazu schreiben. Ihr könnt euch sicherlich denken, was wir noch so gemacht haben ;) Es hat auf jeden Fall tierischen Spaß gemacht. Craig hat Emus mit dem Auto durch den Busch gejagt, es gibt jetzt ein paar weniger... Wir haben eine kleine Kuhherde gesehen und natürlich zigtausend Roos. Auf dem Rückweg – es war schon dunkel – hatten wir noch einen Platten und auch ein paar Probleme beim Reifenwechsel. Doch nach einer Weile war auch dieses Problem gemeistert und wir sind heil am Haus angekommen. Helen war so nett und hat unseren Donkey schon mal angefeuert, so dass Therry und ich eine warme Dusche genießen konnten. Wir sind natürlich nicht mit leeren Händen nach Hause gekommen – 2 Känguruschwänze. Craig hat noch die Haut abgezogen – die haben so ein fluffiges Fell! - und Helen hat sie in eine Salzlösung eingelegt. Gestern Abend haben wir sie gegessen! Mir ist es etwas schwer gefallen, denn ich konnte mir noch den Schwanz vorstellen und auch geschmacklich ist Roo nicht so das Wahre :-| Helens Sohn, Louis, hatte gestern ein Footballspiel und Helen hat es sich im TV angeguckt. Sein Team hat gewonnen, wie so oft! Während sie geguckt hat – wir hatten dabei irgendwie noch frei – habe ich eine Outbackparty auf dem hinteren Rasen gesehen. 4 Roos und ein Emu. Der Emu ist natürlich gleich abgehauen. Auch sind noch zwei der Roos entkommen, aber die anderen beiden hatten keine Chance! Wieder zwei weniger ;) Die durften allerdings ihre Schwänze behalten und wurden nur in den Busch geschleift. Wir wollen noch Roosteak essen, dafür brauchen wir nur noch ein Roo...So, heute sammeln wir Müll auf, mal wieder. Im Moment haben wir noch Pause, danach geht’s weiter. In ein paar Tagen kommt Craig wieder und wir bauen endlich den 7 km langen Zaun. Helen meinte, das sei alles zu weit zum laufen, daher nehmen wir wahrscheinlich die Motorräder – yippie! Wir fahren langsam :D So, mehr ist nämlich auch gar nicht passiert! Wir bereiten uns so langsam auf unsere Abreise vor, schreiben Lift-offer, da wir nicht alleine fahren wollen, … Ich will noch nicht weg, hier gefällt's mir zu gut! Aber die Zeit vergeht doch schneller, als man denkt und wir haben auch noch ein ganzes Stückchen vor uns. Okay, ich verabschiede mich erst mal, mal sehen, wann wieder was Spannendes hier passiert.
20. Mai 2010
Wir haben jetzt übrigens noch ein kleines Lämmchen, das die ganze Zeit nur am Rumschreien ist. Die Kleine hat ein Geschwisterchen, das mehr als doppelt so groß ist, aber wohl gleich alt. Helen hat sie auf 2 Wochen geschätzt, sie sieht aber aus, wie nur 3 Tage alt. Naja, jetzt wird sie von uns gefüttert, mit der Flasche.
18. Mai 2010
Z.Z. passiert hier nicht so extrem viel. Therry und ich haben uns hier super
eingelebt und kommen mit dem morgentlichen Aufstehen auch ganz gut zurecht (so
zw. 6 und 7, je nachdem, wann die Sonne aufgeht). Zu unseren Arbeitserfahrungen
können wir nun ganz stolz Bobcat (kleiner Gabelstapler) fahren, harken,
fegen, kochen, malen, schleifen, Holz hacken, Zäune reparieren, noch mehr
harken, Blätterhaufen verbrennen (groooße Haufen!), Regenrinnen sauber
machen, Wolle sortieren und Schafe treiben, Löcher graben, Rasen
bewässern, Bullbuggy mit Anhänger fahren und mit Dingen be- und
entladen zählen. Man sollte also erkennen, dass unsere Arbeiten sehr
abwechslungsreich sind. Es ist z.B. gar nicht mal so leicht, einen
Blätterhaufen ordentlich zu verbrennen, da es sehr sehr warm ist und die
Haufen meist auch super brennen. Die Arbeit mit den Schafen hat mir
natürlich riesig Spaß gemacht! Gestern erst haben wir zwei Löcher
gegraben, dort pflanzen wir dann einen Gumtree und ein Olivenbäumchen. Da
Craig mit Blue, dem Schafscherer, Camen ist (Arbeiten mit dem Bulldozer), muss
Helen seine Arbeiten übernehmen. Sehr oft fährt sie weg, mal nach
Geraldton, mal nach Perth, mal zu ihrer anderen Farm. Und damit wir zwei uns
nicht langweilen, gibt's ne Liste mit Jobs. Nicht alles davon macht immer
Spaß, z.B. die toten Blätter von Palmen abschneiden, da das ganz
schön kratzt und sticht, aber die meisten sind okay. Einen Job machen wir
immer gerne, und das ist Jimmy Dieter füttern! Kurzzeitig hatten wir
auch ein kleines Schwälbchen, das aus dem Nest gefallen ist, nur leider hat
es eine sehr kalte Nacht nicht überstanden. Ging mir alles sehr nah...
Dreimal täglich bekommt Jimmy seine Milch. Heute muss er allerdings hungern,
weil es gerade regnet. Tja, man kann dem Regen halt nicht ewig entfliehen. Auch
sind die Temperaturen schlagartig gesunken. Ich schlafe jetzt mit 2
zusätzlichen Decken, einer langen Hose und einem schönen warmen
Fliespulli. Heizungen gibt es hier gar nicht, Helen war ganz erstaunt, dass wir
sowas überall haben. Wir haben jetzt den Ofen angeschmissen! Schön warm
macht der! Nur leider haben wir keinen in unserem kleinen Zimmer. Den Donkey
haben wir auch ordentlich mit Holz versorgt, eine schöne warme Dusche tut
gut. Achso, falls ihr jetzt denkt, mein Temperaturgefühl sei nur verschoben,
wir haben nachts unter 10 Grad, also wirklich kalt!
Da wir ein Huhn an eine Katze verloren hatten, meinte Helen, sie wolle sie
erschießen. Nur hat man die Katze immer nur ganz kurz gesehen. Irgendwann
ist sie mir dann über den Weg gelaufen und ich habe sie verfolgt. Als sie
durch ein Loch in der Tür in die Rumpelkammer geflohen ist, saß sie in
der Falle. Hab Therry geholt und gemeinsam haben wir das Tier geschnappt und in
eine Kühlbox verfrachtet. Einen anderen Behaelter hatten wir nicht. Haben
einen Zettel draufgeklebt, mit der Aufschrift "Vicious Cat" (Bösartige
Katze). Als wir Helen von unserem Fang berichtet haben, wollte sie die Katze auf
einmal in die Vogelvoliere stecken und füttern. Naja, wir haben sie dazu
überredet, die Box mit zu nehmen und irgendwo, weit weg von Meeberrie,
auszusetzen. Wohl noch die beste Lösung! Jetzt haben wir also nur noch 9
Hühner. Am gleichen Tag habe ich eine weitere Katze gesehen, na toll! Man
hätte sie nie nach Australien mitbringen sollen!
07. Mai 2010
Im Moment sind wir mit Craig alleine - Helen ist nach Perth gefahren und kommt erst morgen (Sa) wieder. Also sollen wir heute Abendessen machen ;P Und seit gestern haben wir ein kleines Kälbchen bei uns!!! Der arme Kleine lag an einem Wasserloch, total entkräftet. Ich habe ihn mit Therry eingefangen und jetzt ist er in einem kleinem Gehege. Helen hat ihn dann mit uns gefüttert, mit einer Milchmischung. Jetzt machen wir das auch alleine. Er bekommt 3 mal am Tag 2 Liter von dem Milchmix. Die schlingt er gierig in sich hinein! Dann noch etwas Wasser und Milchpellets. Die müssen wir ihm noch ins Maul schütten, weil er die nicht so frisst. Wir haben ihn Jimmy genannt. Helen und Craig haben auf einem deutschen Namen bestanden, also heißt er jetzt Jimmy Dieter (der erste, der mir eingefallen ist, hehe). Ist auch schon etwas kräftiger geworden, wir hoffen alle, dass er durchkommt. Naja, heute Abend ist die nächste Fütterung. Wir haben eine Liste bekommen, die wir abarbeiten sollen, müssen nur noch die Palmenblätter abschneiden, dann haben wir schon alles geschafft. Ich wusste schon, warum ich eine LANGE Liste wollte. Nichts machen ist echt langweilig... Aber Craig meinte, er hätte noch eine Aufgabe für uns. Wir wollen ihn auch noch fragen, ob er uns heute oder morgen mal das Motorradfahren beibringt. Helen meinte, die seien zu schwer, v.A., wenn man 10 mal hinfliegt. Craig hat gleich zugestimmt.
04. Mai 2010
Habe gehört, es wird warm bei euch? Hier sind immer noch um die 30 Grad. Wir sind hier echt im Outback. Anfangs fand ich es hier richtig eklig, unser Zimmer ist eigentlich nur ein Raum mit 2 Türen, an der Decke sind mehrere Spinnweben, wie eigentlich überall. In der Dusche hängt eine gleich neben dem Duschkopf und aus dem Klo kommen kleine Frösche. Aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran. Nachdem wir uns also etwas eingerichtet hatten, sollten wir auch gleich mit Arbeiten anfangen. Am 1. Abend haben wir noch Craig kennengelernt, ein kräftiger, etwas rauher, aber auch sehr netter Mann. Er versprach uns, sich unser Auto mal anzugucken. In der ersten Woche sollten wir noch die anderen Rasenflächen harken, die Veranda kehren und die Regenrinnen der 4 Gebäude leeren. Etwas falsch rum, da wir nach den Regenrinnen wieder kehren und harken mussten.
Meeberrie Station ist riesig! Es gehören schon allein 50 km Fluss dazu. Früher lebten hier viele Arbeiter, vorwiegend wohl Aborighinies. In den 40ern gab es ein Erdbeben, das bisher größte in ganz Australien. Helen erzählte uns, dass keine der 900 Fensterscheiben gebrochen sei! Okay, das war's auch schon wieder mit Geschichte. Jetzt mal zu den für mich interessanten Dingen: Hier gibt es Kühe, die regelmäßig gefüttert werden, Schafe, die durch den Busch gejagt werden, damit man sie scheren kann, Ziegen und 10 Hühner. Die Hühner hab ich wohl am liebsten. Jeden Tag gibt es frische Eier. Aus Rücksicht auf unsere Anstrengungen durften die Hühner abends nicht mehr raus, die graben nämlich alles um! Deshalb hocken die jetzt die ganze Zeit in ihrem Gehege. Als Helen uns das gesagt hat, hab ich beschlossen, dass das egal ist und die abends wieder raus dürfen. Ist ja sonst langweilig. Es ist ziemlich schwer, in das Gehege zu gehen, ohne dass die Hühner entkommen. Zu fressen bekommen die alle möglichen Küchenabfälle, manchmal essen sie auch uns ;-P Weiter zu den Kühen: Die sind riesig, wenn man nur Schafe gewöhnt ist! Als wir sie füttern gegangen sind, hatte ich schon mächtig Respekt vor den vielen Bullen. Die Kühe sind alle unterschliedliche Rassen. Fast alle sind braun, es gibt aber auch ein paar bunte und graue Kühe. Manche haben lange Ohren, andere einen Buckel, wieder andere sehen total nach Kuh aus. Zahm sind sie nicht, aber man kann sie beim fressen aus der Nähe betrachten und manche auch streicheln. Bis vor kurzem lebten noch zwei Schafe mit 3 Jahreswolle hier, die wurden jetzt aber geschoren, zusammen mit den 59 anderen. Es war ein riesen Spaß, alle durch die verschiedenen Paddocks zu treiben. Einer mit beeindruckenden Hörnern hat nicht durch den schmalen Durchgang gepasst und ist über den Zaun abgehauen. Ich habe versucht, ihn auf einem anderen Weg ans Ziel zu treiben. Wir waren beide schon ziemlich erschöpft, als Helen meinte, ich solle ihn lassen. Am nächsten Tag haben wir ihn auch noch eingefangen. Dann hat Blue sie alle geschoren. Naja, fast alle. Ein paar Lämmer waren schon geschoren, andere hatten noch keine Wolle drauf. Wie z.B. ein kleines Lämmchen. Das durfte ich auf den Arm nehmen und etwas mit ihm kuscheln. Ein richtig süßes, kleines, weißes Lämmchen! Dann wurde es zu den anderen gebracht. Während Blue die Schafe geschoren hat, habe ich alle kleineren Wollfetzen und die Bauchwolle mit einem speziellen Wollbesen unter seinen Füßen weggeangelt und auf Haufen sortiert. Therry und Helen haben meist die große Wolle auf einen Wolltisch gelegt und die ganz dreckigen Teile aussortiert. Nach mehr als 5 Stunden waren wir fertig. Noch die Schafe zählen (mehrmals, die stehen ja nicht still!) und dann durch die verschiedenen Paddocks jagen. Ein aufregender Tag für uns! Weitere Arbeit für uns ist aufräumen. Aber nicht Zimmer oder Küche oder sowas, nein, wir müssen den riesigen Shed mit seinen verschiedenen Räumen aufräumen. Im großen Shed haben wir angefangen. Hölzer wurden verrückt, Tonnen hin- und hertransportiert, Rohre verschoben und Regale einsortiert. Das wurde auch mit dem Workshop und dem Kartroom gemacht. Alle sind nun echt aufgeräumt und bieten viel mehr Platz. Jetzt arbeiten wir am Windmillroom. Es war schon schwer, überhaupt einen Fuß da rein zu setzen! Therry und ich haben alles rausgeschafft und den Raum ausgefegt. Dabei haben wir einen Mundschutz getragen, weil es so gestiebt hat. Man konnte sogar teilweise den Boden gar nicht mehr sehen. Als Helen kam, ist sie fast aus den Latschen gekippt. "Bloody hell!", war ihr Ausruf. War also echt beeindruckt, wie schnell und gut wir waren. Jetzt sortieren wir gerade alle Teile in verschiedene Behälter ein. Wie der Name schon sagt sind da drin nur Windmühlenersatzteile. Ganz schön viele... Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, mit der Bobcat, einem kleinen Gabelstapler, ins Outback zu fahren und einen Schrank zu holen. Was der Schrank dort macht? Der wurde bei der großen Flut weggespült und stand seit dem da rum. Bin also mit meinem süßen Gefährt losgezogen und bin heil mit Schrank zurückgekehrt. Wie wir den und den anderen Schrank in den Raum bekommen, wissen wir noch nicht. Denn die Teile sind mordsschwer und die Bobcat passt nicht durch die Tür. Naja, jetzt liegt eh noch der ganze Boden voller Einzelteile.
Gestern haben wir einen halben Tag frei bekommen oder besser wurden dazu gezwungen. Heute morgen wollte Helen uns nicht vor 8 sehen. Sonst stehen wir immer zu Sonnenaufgang, also etwas vor 7 auf. Wir haben uns ja so gelangweilt! Ich habe ihr gesagt, dass sie das nicht nochmal machen soll. ich würde am liebsten 7 Tage die Woche durcharbeiten und neue Dinge lernen. Nachts halten wir jetzt immer nach Roos Ausschau. Normalerweise kommen sie immer auf den Rasen. Dann gehen wir mit Taschenlampe und Gewehr ums Haus. Therry hatte Glück. Ein kleineres Kaenguru stand fast reglos da, als ich es mit der Lampe geblendet habe. Helen hat schnell das Gewehr geladen und Therry hat es erschossen. Ich hatte noch keine Gelegenheit, die Biester hauen entweder zu schnell ab oder kommen erst gar nicht mehr. Naja, neulich waren auch noch ein paar Rooshooter da. Die beiden Maenner sind nachts durch den Busch gezogen und haben einige erlegt. Sind echt eine Plage hier! Gestern waren wir an einem schönen See mit schwarzen Schwänen. Wir haben eine Dingo- oder Wildhundspur gesehen, also muss Craig demnächst mal gucken gehen und das Tier hoffentlich erlegen. Ich glaube, der frisst sonst die Ziegen und Schafe, bin mir aber nicht ganz sicher.
Wie schon gesagt, lernt man hier viel. Ich freue mich immer über neue praktische Erfahrungen, z.B. Bobcat fahren. Ist echt leicht. Man muss nur 2 Joysticks bedienen. So konnten wir auch selbstständig den Rasen harken, alles in die Schaufel von der Bobcat reinladen und damit dann in den Busch fahren und abladen. Aus den Haufen sollen dann Bäume wachsen. Wir lernen vielleicht auch noch, den großen Bagger zu fahren. Ich bekomme möglicherweise einen Job auf einer Baustelle, wo ich 8 Stunden am Tag dann eine Dampfwalze vor- und zurückfahren soll. Dazu braucht man lediglich einen normalen Führerschein. Soll sehr gut bezahlt werden, aber halt langweilig... Dann stehen hier noch 3 Motorräder rum. Damit werden die Schafe und Ziegen durch den Busch gejagt. Ich habe Helen gefragt, ob sie uns zeigt, wie man die fährt. Mal sehen. Aber ein Quad haben die hier leider nicht :( Okay, ich ruh mich noch etwas aus, dann arbeiten wir weiter. Also macht's mal wieder gut!
24. April 2010
Therry und ich haben wie blöd in Geraldton einen Job gesucht und schließlich einen kleinen Zettel mit "Cleaner wanted" gefunden. Wir sind jetzt auf der Meeberrie Station, eine riesige Farm (größer als Tims Farm!) ein paar Stunden von Geraldton entfernt. Die beiden heißen Helen und Craig, wobei zur Zeit nur Helen da ist - Craig arbeitet auf einer Baustelle. Die haben hier 28 Fahrzeuge. Einen riesigen Truck durften wir schon sauber machen, überall roter Sand :( Aber hat doch Spaß gemacht! Dann müssen wir noch den "Rasen" rechen, von Blättern und Roo-Shit befreien. Die Major Mitchel Cockatoos (Rosakakadus) knabbern immer die Zweige ab, machen nen riesen Saustall! Und nachts kommen die Kängurus und hinterlassen kleine Geschenke, hehe. Das alles sollen wir dann auf einen Anhänger laden. Ich hab das Auto mit Anhänger dann irgendwohin gefahren und abgeladen. Durfte mir aussuchen, wo :) Das Auto ist ein Bullcatcher, der ist etwas anders zu fahren, als normale Autos. Erst muss man warten, bis der warm ist, dann anlassen, aber das Gaspedal etwas treten. Und wenn man den ausmachen will, muss man den Schlüssel umdrehen und dann abwürgen, cool ne?! Naja, letztens haben wir den Shed aufgeräumt, ne Menge Mist da drinnen! 20kg Säcke Zement auf den Gabelstapler legen, Holz umräumen, ... Therry durfte schon Gabelstapler fahren, ich lern das auch noch! Ist nur ein kleiner, aber soll Spaß machen. Helen zeigt uns immer viel. Sie kocht auch richtig gut, jeden Tag gibt es eine ordentliche Mahlzeit mit Fleisch. Es gibt 2 Regeln hier: 1. Wir haben viel Essen! und 2. Selbstbedienung :D Find ich super. Jaaa, sonst gibt es hier noch 10 Hühner, die jeden Tag 10 Eier legen, einige Schafe und einige Rinder verschiedener Rassen. Der eine Bulle ist total abgemagert, da sieht man echt jeden Knochen! Helen hofft, dass er bald etwas zunimmt. Dann gibt es noch diese Kühe mit den extrem langen Hängeohren und Höckern. Ganz liebe Tierchen, haben wir heute gefüttert. Aber vor dem einen Bullen hab ich schon etwas Angst, der sieht echt nicht harmlos aus mit dem mächtigen Kopf und massigen Körper! Morgen wird weiter aufgeräumt, gibt noch einige Kammern dort. Das ist ein alter Stall, den durften wir uns angucken. Die Sattelhalter und ein paar Trensenteile sind immer noch da! Echt faszinierend. Dann haben die an der Decke noch 10 bis 15 Kumte hängen. Alle rot-braun und eingestaubt. Die Farm ist glaube ich über 100 Jahre alt, auch in einem Buch drin, wo verschiedene Farmen von früher erklärt sind. Okay, ist schon um 10, ganz schön spaet... Wir stehen auf, sobald es hell wird, also so gegen 6. Ich würd auch noch eher aufstehen, schlaf ja meistens 9 Stunden, weil die Arbeit so anstrengend ist.
20. April 2010
Wir sind jetzt in Geralton und haben alles abgeklappert, wo man einen Job bekommen könnte. Alles Absagen oder nur "hinterlasst eure Telefonnummern, wir rufen euch an, wenn was frei wird". Naja, die Chancen waren da wohl überall schlecht :( Haben noch ein Lift offer geschrieben, nach Broome. Ist nämlich verdammt teuer, da hoch! Naja, heute hatten wir noch ein kleines bisschen Glück: Einmal eine Frau angerufen, die ein paar Reinigungs- und Haushaltskräfte sucht. Würde ohne Steuern 300 bis 350$ die Woche verdienen (weiß nicht, ob zusammen oder pro Person). Sie fragt ihren Mann und ruft morgen noch mal an. Und wir waren in einem Restaurant, CV abgegeben und der Mann meinte ganz nett, sie bräuchten immer Leute! Allerdings nicht an der Bar (find ich nicht schlimm) sondern im Bottle Shop. Wenn wir Glück haben, bekommen wir dort was. Im Moment mach ich eigentlich alles, Hauptsache Geld! Waren auch bei Jobagenturen, da gibt's nichts. Außer bei einer, da haben wir den Lebenslauf dagelassen. Und bei McDoof waren wir auch. Glaube aber nicht, dass die uns nehmen.
09. April 2010
Morgen fahren wir nach Perth. Nach dem heftigen Unwetter hat es noch einige Mal
etwas geregnet. Das ist toll! Denn wenn die Regenzeit anfängt, heißt
das, der Winter kommt und alles wird grün :) Auf Tims Farm (wo wir immer
noch sind) fließt jetzt ein kleiner Fluss, in dem die Hunde gerne spielen.
Aber das Leben besteht nicht nur aus Spielen und so müssen wir
natürlich auch mit arbeiten. Als erstes haben wir Zäune gebaut, Fencing
heißt das. Macht Spaß, aber man muss ziemlich tiefe Löcher
buddeln, in die dann die großen Endpfosten rein kommen. Dann wird ein Ende
von einem Drahtgeflecht (eigentlich schon der Zaun) um den Pfosten gebunden und
bis zum anderen Ende ausgerollt. Zwischendurch werden immer dünne
Metallstangen in den Boden gehämmert. Am anderen Ende wird der Zaun dann am
dicken Pfosten wieder festgebunden, natürlich richtig schön straff,
dafür benutzt Tim auch ein spezielles Werkzeug. Ist alles in Ordnung, muss
der Zaun nur noch mit Drahtstücken an den Metallstangen festgebunden werden,
fertig ist der Zaun! Ein Tor haben wir auch noch gebaut, also nur noch
eingesetzt, das Tor war ja schon fertig. Da mussten wir einmal auf die
Killerameisen aufpassen, große Biester, die einen gerne mal beißen,
autsch!
Auch haben wir noch einen Zaun auf Tims anderem Grundstueck gebaut, das er
vermietet. Die Frau, die da wohnt, hat uns etwas Wasser und Obst gebracht, nett!
Am nächsten Tag haben wir noch einen zweiten Zaun gebaut, mussten aber
aufhören, weil selbst der Bagger nicht durch den Stein kam. Gestern haben
wir den Zaun dann beendet, wenn auch nicht ganz ideal. Am Samstag und Sonntag
sind noch ein paar Leute hier gewesen, erst Christie, Tims Frau, mit ihren zwei
Katzen, dann auch Grazy, Tims Enkelin (glaub ich zumindest) und am Sonntag noch
drei alte Freunde. Auch mussten wir am Sonntag Julia endgültig Goodbye
sagen... Wir haben sie nach Gingin gefahren und dort auf ihren Lift gewartet. Sie
ist mit einem Italiener und zwei Mädels gefahren. Die hatten etwas
Mühe, ihr ganzes Gepäck unterzukriegen, aber letztendlich haben sie es
geschafft und nach einem schweren Abschied sind wir wieder zurück gefahren.
Naja, nach dem Fencing kam dann der für mich der beste Job
überhaupt: Schafe! Erst füttern, dann die Gruppe mit den Lämmern
zusammentreiben. Wir saßen im Auto, die Hunde sind hin- und hergerannt,
nice job! Die kamen also alle in ein kleines Gehege, dann ein paar in ein noch
kleineres und schließlich noch weniger in einen sehr schmalen Durchgang,
den sicher schon einige gesehen haben. Vorne und hinten Klappe zu, dass keiner
abhauen kann. Die Lämmer brauchten Ohrmarkierungen. Das erste Lamm hab ich
gehalten und Tim hat im ein Ohr zweimal eingeknipst. Danach wurde getauscht, Tim
hält die Lämmer und ich knipse. Oft bluten die dann, ist ja logisch,
daher sah mein Hemd danach echt dreckig aus. Therry hat immer die Zahl von
männlichen und weiblichen mit verschiedenen Ohrmarken aufgeschrieben. Einige
Lämmer mussten auch noch kastriert werden und der Schwanz abgeklemmt. Das
macht Tim, damit die nicht so extrem dreckig werden. Denn wenn die zu viel Gras
fressen, flutscht das alles ;P Naja, mit einem kleinen zangenähnlichen
Gerät kommt ein Gummi um den Schwanzansatz und der fällt nach einer
Weile einfach ab. Sieht allerdings ziemlich eklig aus, wenn der schon so halb ab
ist. Bei den kleinen Jugen kommt auch noch um das beste Stück ein Gummi,
alles reinschieben was reingehört und fertig. Ist gar ncht so einfach! Aber
nach dem dritten Lamm habe ich es geschafft: Mein erstes Lamm kastriert. Haha,
ich glaube, der Kleine mag mich nicht! Erinnert ihr euch noch an das kleine
weiße Lamm mit den braunen Punkten? Das habe ich auch ins Ohr geknipst, ist
ein Mädchen. Mädchen bekommen das linke Ohr und Jungen das rechte
geknipst. In das jeweils andere kommt später eine Ohrmarke. Ein Lamm (schon
ein größeres) ist volle Kanne gegen das Metalltor gerannt. Hat noch
einige Minuten gezuckt, dann war es tot. Tim hat die Halsschlagader aufgeknipst
und es aufgehängt, so dass es ausbluten konnte. Später sind wir dann
noch mal zurück gekommen, um es zu verarbeiten. Also alles von innen raus
und die Haut, Kopf und Beine ab. Das stinkt! Naja, Therry und ich haben uns nicht
übergeben und auch alles mit angeguckt ^^
Gestern Abend schließlich gab es Leber, Herz und Nieren vom Lamm, lecker!
Okay, Therry hat es wohl nicht ganz so gut geschmeckt, aber ich fand es
göttlich!
Übrigens kommen im Fernsehen auch deutsche Serien, wie z.B. Stockinger
uuund: Inspector Rex! Hah! Deutsch mit englischen Untertiteln. Haben wir
natürlich geguckt. Die Übersetzung ist nicht so gut, finde ich, aber
das kann mir ja egal sein ^^
Naja, heute haben wir noch etwas Fencing gemacht. Das Tor im Sheepyard musste
breiter werden, also alte Pfosten raus und einen neuen in passendem Abstand rein.
Auch haben die Schafe letztens eine Latte zerdeppert, die haben wir ersetzt. Ich
durfte bohren und Schrauben reindrehen, juhu!
Also, morgen fahren wir nach Perth, dort treffen wir uns mit Janek, dem Sohn von
einem, den wir mal besucht hatten. Der will bissl was über Backpacking
wissen und vielleicht auch mit uns nach oben reisen. Mal schauen :)
24. März 2010
Krasse Halbzeit!
Also, wie ja schon im Betreff steht, ist jetzt Halbzeit! Mensch, nur noch sechs Monate und ihr müsst mich wieder ertragen, hehe. Im Moment geht's uns beiden (Therry und mir) ganz gut, wir wohnen immer noch bei Tim, sind jetzt mit ihm alleine - alle anderen sind schon abgehauen. Noch find ich's ganz super hier, wir helfen Tim bei Arbeiten, die ihn normalerweise eine Ewigkeit kosten. Zum Beispiel durften wir ganz viele Sträucher aus seinem "Garten" entfernen. Über Winter, wenn es nicht mehr aufhört zu regnen, wachsen die wieder und nächstes Jahr um die Zeit, sind sie wieder riesig. Jule hat uns dabei auch noch geholfen, in zwei Tagen haben wir also alles abgeschnitten und mit der Schubkarre auf einen mittlerweile riesigen Haufen transportiert. Auch durften wir alle Fenster putzen, mit Handfegern und ähnlichen Besen, einem Schwamm und Tüchern. Inzwischen glänzen sie nicht mehr, weil die Hunde sie wieder vollgesabbert haben :( Na toll! Am Wochenende hatten wir drei sturmfrei, mussten nur die Hunde füttern. Maggy wollte nicht richtig fressen, sie vermisst Tim ziemlich schnell. Am Sonntag kam Tim dann wieder, mit Ramona und einer Anderen, die Ramona begleiten sollte. Wir haben die Fotos mit der Tigersnake gemacht, die Ramona erschlagen hat. Eine sehr giftige Schlange. Hier gibt es eigentlich nur eine ungiftige Schlange... Ein paar Tage zuvor hatte Tim ja 3 Nacktaugenkakadus erlegt, auch ein Fotoshooting mit denen - irgendwie nur noch tote Tiere. Naja, danach durften wir noch mit Tims Gewehren schießen. Unsere Ziele waren zwei große Metallbehälter. Das erste Gewehr (ich durfte als Erste) hatte einen beachtlichen Rückstoß, die Patronen sind auch ganz schön groß. Laut war es auch! Meine Ohren haben nach dem Knall gefiept und die restliche Lautstärke kam nur gedämpft an. Das zweite Gewehr war leichter und hatte ein Zielfernrohr. Auch der Rückstoß und die Lautstärke waren besser. Ich glaube, ich habe das Ziel ein- oder zweimal getroffen :) Am Abend haben wir noch die ersten Blitze beobachtet und sind noch mal zum Nachbarn gefahren - Weintrauben klauen, hehe. Die schmecken einfach zuuu gut! Aber Ben, dem Dalmatiner, sollte man die nicht geben - die verursachen gaaanz schlimme Blähungen! Montag vormittag ist Ramona mit ihrer Freundin dann abgehauen und Therry und ich haben Jule nach Perth gefahren. Wir sind noch etwas einkaufen gewesen und auch etwas shoppen ;P Als wir wieder raus kamen, hat es wie aus Eimern geschüttet. Ich bin zum Auto gehechtet, hab natürlich alle Pfützen auf dem Weg mitgenommen und saß dann erst mal völlig durchnässt im relativ Trockenen. Die anderen beiden hab ich dann vor dem Einkaufscenter eingesackt. Zusammen haben wir noch überlegt, was genau wir jetzt machen sollen. Sind dann richtig nach Perth rein, den Weg, den wir schon kennen. Jule wusste nun, in welches Hostel wir sie schaffen sollten. Da hat es richtig angefangen zu stürmen. Blitze krachten fast neben uns und der Donner ließ das Auto erbeben (ist etwas dramatisiert...). Die Sichtweite ging auf einen Meter runter, so schlimm hat es geregnet. Es hat echt keinen Unterschied gemacht, ob wir nun mit oder ohne Scheibenwischen gefahren sind. Man durfte 80 fahren, doch keiner war schneller als 30, die Rückleuchten vom Vordermann musste man auch genau im Auge behalten. Es ging ab da nur noch schleichend voran. Unser Auto hat aber echt gut standgehalten. Auch der kleine Hagel hat uns nicht geschadet. In der Stadt drinnen stand das Wasser teilweise über einen Meter hoch, gut, dass unser Van etwas höher gebaut ist. Das Wasser ist in die Häuser reingelaufen, die Menschen sind hüfttief drin verschwunden. Einer hat versucht, sein Auto rauszuschieben - erfolglos. Ein anderer war doch echt im Kajak unterwegs! Naja, wir haben es irgendwie zu Jules Hostel geschafft und sie dort abgesetzt. Nach einem schweren Abschied (der vielleicht erst mal für eine ganze Weile war), sind Terry und ich wieder zurück, oder hatten es zumindest vor. Ein Polizist hat Autos aussortiert, weil es wieder mal eine metertiefe Pfütze gab, doch unser Auto war halt hoch gebaut, so durften wir den kleinen See durchqueren. Braves Auto! Ab da ging es auch ohne Stau bis zu Tims Farm und 20:46 Uhr waren wir da. Tim hatte vorher ca. 1 1/2 Stunden Stromausfall, wie auch viele andere. Wir haben noch etwas gequatscht, dann sind wir ins Bett. Es wird jetzt noch weiter gewittern, aber nicht mehr so schlimm. Das Unwetter war hier im Fernsehen und gestern konnten wir uns auch vom Schaden überzeugen. Es soll noch tennisballgroße Hagelkörner gegeben haben, die die Regenrinnen und Autos, sogar Krankenhausfenster zerschlagen haben. Wir haben Tim nach Mullaloo begleitet, wo seine Frau wohnt. Er sollte den Garten und alles sauber machen und wir haben dabei geholfen. Dafür durften wir das Internet dort benutzen, gleich mal mit Mama geskypet :D Der Garten war ziemlich dreckig, alles lag verstreut und auch die Regenrinnen hatten beachtliche Löcher. Heute haben wir bei Tim die Bäume verschnitten, also er hat geschnitten, Therry und ich haben alles aufs Auto geladen und sind zu dem großen Haufen gefahren, wo auch schon die Sträucher lagen. Alles abgeladen, dann die nächste Ladung geholt, bis alles fertig war. Tim meinte, alleine bräuchte er für all diese Arbeiten immer ewig, so war er sehr dankbar für unsere Hilfe. Wir genießen hier ein gutes Leben, bekommen Schokolade (und die ist teuer!), werden zu Subway eingeladen und lauter solche Sachen :) Naja, Arbeit suchen wir trotzdem noch, aber ich hoffe mal, dass wir noch bis nächste Woche bleiben können, denn dann können wir noch mal bei den Schafen helfen! Morgen sollen wir die Zäune machen :D
Ihr könnt ja mal im Internet nach dem Sturm in Perth suchen (war der Schlimmste seit 25 Jahren).
27. Februar 2010
Es ist wieder so Einiges passiert!
Also erstmal habe ich beim Picken meine erste Redback-Spider gesehen, schön schwarz mit einem roten Streifen auf dem Hintern. Angeblich sind die ja seeehhhr gefährlich und tödlich. Tim hat uns aufgeklärt: Für kleine Kinder können sie in der Tat gefährlich sein, aber solange man keine Allergie hat, ist es nicht schlimmer als ein gewöhnlicher Schnupfen. Die Tigersnake habe ich leider nicht gesehen. Die ist dann wieder gefährlich, sogar tödlich! Neulich habe ich meinen eigenen Blauzungen-Skink gefangen! Nur ein kleiner, aber trotzdem ganz schön schlecht gelaunt, hat er mir seine blau-schwarze Zunge entgegengestreckt.
So, gestern war es hier schlimmer als auf der Titanic! Es gab einen Thunderstorm ganz in der Nähe! Einige Blitze sind eingeschlagen und insgesamt gab es 5 Feuer in gerade mal 15 km Entfernung. Tim meinte, er müsse mit helfen fahren. Wir sollten auf jeden Fall beim Haus bleiben und warten. Die Rauchschwaden waren erst grau, dann wurden sie mit einem Mal richtig schwarz und man konnte die Funken sehen. Wenn jemand käme, sollten wir schleunigst in unsere Autos springen und den Weg nehmen, den er uns beschrieben hatte. Bis zur Hauptstrasse fahren und dann Hilfe suchen. Naja, wir haben angefangen, unsere Sachen zu packen, weil es immer schlimmer wurde. Es gab diverse Anrufe, von Freunden, die etwas Hilfe mit ihren Rindern brauchten und wissen wollten, wie die Lage bei uns sei. Wir haben unsere Hilfe angeboten, aber bei denen war es noch nicht so schlimm. Nach einer Weile wurde es schon etwas dunkler und der Rauch wieder heller. Als die Sonne dann ganz untergegangen war, kam Tim auch wieder. Es wurden 3 Flugzeuge und 2 Helikopter eingesetzt und nun sind die 5 Feuer unter Kontrolle. Für die Nachrichten waren die zu klein, haha!
Heute morgen war die Luft hier noch sehr verraucht, das bleibt noch ein paar Tage so, meinte Tim. Wir konnten mal bis um 8 ausschlafen, denn heute haben wir frei. Nur die Trauben mussten noch auf den Folien zum Trocknen verteilt werden. Danach durfte ich mit dem Traktor erst mitfahren. Ohne Anhänger wurden mir die ganzen Hebel und Pedale erklärt. Dann durfte ich auch selber fahren! Wow! Das war toll! Nächste Woche zeigt Tim uns noch den Rest seiner Farm, wir sehen nur die Hälfte! Die hat die Größe einer Kleinstadt, würde ich schätzen.
20. Februar 2010
Wir haben einen job (juhuuu!), und zwar auf einer Grapefarm (Weintrauben) zwischen Bindoon und Moora, etwas nördlich von Perth. Wir wohnen mit dem Farmer Tim im Haus, dürfen seinen Pool jederzeit nutzen und sollen uns wie zu Hause fühlen. Aufstehen müssen wir halb 6, denn um 6 ist Abfahrt. Wir fahren mit seinem Pick Up ein Stückchen über sein Land direkt zu den Weinreben. Dann wird bis um 9 gearbeitet. Zusammen geht’s wieder zum Haus und erst mal gefrühstückt. Nach einer halben Stunde Pause geht's wieder zurück auf's Feld. Die Sonne brennt jetzt schon ordentlich, aber wir machen weiter. Erst so gegen halb 1 ist unsere nächste Pause. Mittagessen im Haus, noch fix in den Pool etwas abkühlen und wieder arbeiten. Um 5 haben wir dann Feierabend. Gleich in den Pool! Nun merkt man auch, was man gemacht hat – der Ruecken schmerzt vom ständigen Buecken und krumm stehen, die Beine wollen einen nicht mehr so recht tragen und die Arme hängen nur noch runter. Nein, ganz so schlimm ist es noch nicht. Ich übertreib nur gerne. Also heute war erst unser erster Abreitstag. Ich find's richtig toll hier, leider wird es nur Arbeit für etwa 2 bis 3 Wochen geben. Wir bekommen 1,50$ pro Bucket (10l Eimer). Tim meinte, man schaffe so 12 in der Stunde. Spass macht es auf jeden Fall und die Bewegung tut auch mal wieder gut. Neben Therry und mir arbeiten noch drei deutsche Mädels hier, ein Junge und ein Mädel aus Belgien.
Ich hatte auch meine erste Begegnung mit einem Reptil – keine Schlange, wie erst behauptet wurde, nur ein harmloser Blauzungen-Skink. Aber die kleinen Tierchen mit dem dicken Schwanz können ganz schön fauchen! Tim hat ihn unter dem Auto vorgeholt und woanders wieder ausgesetzt, dann war auch schon wieder Ruhe. Die beiden Hunde Jessy und Maggy waren auch nicht an dem Reptil interessiert.
Neulich bin ich in meine erste Polizeikontrolle hineingeraten. Wir waren in Moora und in dem Oberkaff scheint die Polizei nichts Besseres zu tun zu haben, als den ganzen Tag Leute zu kontrollieren. Ich bin nur vom Parkplatz auf den Tankstellenplatz gefahren und habe mich nicht erst angeschnallt. Sie wollten den Führerschein sehen, haben mich ermahnt, dass das gefährlich sei (das weiss ich ja) und meinten nur, wenn mich sein Kollege noch mal erwische dann... hab ich nicht verstanden, was ich dann machen muss . Naja, also für gewoehnlich fahre ich mit Gurt, nicht das ihr ein falsches Bild von mir bekommt.
7. Februar 2010
Ich fang mal da an, wo ich aufgehört habe, nämlich in Hahndorf bei Adeleide! Hahndorf ist ja als deutsches Dorf bekannt, benannt nach dem deutschen Schiffskapitän Hahn. An sich ist das Städtchen nicht soooo berauschend Es gibt halt einige deutsche Souvenirläden, wo immer bayerische Musik läuft, man Kuhglocken kaufen kann und Weisswurscht essen kann. Naja. Wir hatten aber das Glück, dass genau an dem Tag, an dem wir da waren, die große Australien-Radtour in Hahndorf endete. Man konnte auch ein signiertes Lance Armstrong T-Shirt gewinnen. Gesehen haben wir ihn wohl auch in der Menge.Nach Hahndorf ist in Adeleide eigentlich nicht mehr sehr viel passiert. Außer, dass wir wirklich zufällig Martin, unseren Guide aus Sydney wieder getroffen haben! Wir saßen eigentlich nur in der Markthalle und haben unseren Einkauf ausdiskutiert, als er plötzlich vor uns stand. Hehe, war echt lustig!
Wir sind dann gleich nach Perth aufgebrochen. Die Reise dahin war sehr lang und vor allem heiß! Gut, dass wir einen Wasservorrat mit hatten. Zuerst sind wir nördlich nach Port Augusta gefahren, ein kleines Kaff, nix los. Weiter ging's gleich Richtung Nullabur, dem Grenzübergang nach Western Australien Der Weg dahin war meiner Meinung nach der Schlimmste. Bei 45 Grad schmorten wir in unserem Auto. An der Grenze haben wir in Julias Gips unseren Knoblauch eingesteckt, weil man eigentlich kein Obst, Gemüse, Gewürze, mitnehmen darf. Okay, die Kontrolle war wirklich einfach. Ein paar Fragen beantworten und weiter ging's!
Danach wurde es mal wieder etwas spannender: Ein Buschfeuer! Eigentlich wollten wir ja bis zum 26. In Norseman sein, der nächstgrößeren Stadt, um dort den Australian Day zu feiern. Aber das Feuer hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Pärchen hat uns gewarnt, nicht weiter zu fahren und die Rauchschwaden sahen auch nicht gerade einladend aus. Also wieder ein Stück zurück gefahren und dort genächtigt. Am nächsten Tag haben wir dann das Ausmaß des Feuers gesehen - kahle Bäume! Sehr groß war das Feuer zwar nicht, aber zerstört hat es schon eine größere Fläche Es ist aber echt erstaunlich, wie schnell und gut sich die Natur wieder erholt! Man sieht hier viele Eukalyptusbäume mit schwarzer Rinde und vielen Büschen rings rum. Teilweise sprießen auch schon neue Triebe aus den schwarzen Bäumen - echt Wahnsinn! Auch einen Dingo haben wir an dem Tag gesehen. Er hat sich nicht von uns stören lassen, sodass wir ihn fotografieren konnten.
Als wir in Norseman angekommen sind, wurden wir zum free breakfast eingeladen Es gab ganz typisch Baken and egg. Yummi! Gesättigt sind wir dann in den Norden nach Kalgoorlie gefahren. Soll die zweitgrößte Stadt WA's sein. Trifft aber nur auf die Fläche zu... Wir haben uns den Super Pit angeguckt, eine riesige Baugrube, wo gigantische Fahrzeuge wie Spielzeugautos erscheinen. Unterwegs hatten wir eine Tasche gefunden, mit USB-Stick und SD-Karten drin. Einfach mal mitgenommen, weil wir uns erhofft hatten, Telefonnummern des Besitzers oder so zu finden, um die Tasche zurückzugeben Nix... Auf der Karte waren ganz viele Australienfotos von zwei Mädchen. Wir wussten, dass eine Caro heißt. Genächtigt hatten wir auf einem Rastplatz, etwas außerhalb der Stadt. Am nächsten Tag sind wir nochmal reingefahren. An der Ampel stehen zwei Mädels Therry ruft laut Carooo! und eine dreht sich um. Sie guckt uns etwas verwirrt an. Wir gehen zu ihnen und erklären, dass wir ihre Tasche gefunden haben. Das waren echt die Beiden!
Beim Royal Flying Doctor Service haben wir eine kostenlose Führung bekommen. Ist schon interessant, wie einem im Outback geholfen werden kann. Noch die Stadt etwas angeguckt und dann auf zu Wave Rock! Die Steinwelle ist echt riesig! Gleich nebenan befand sich Hippo's Yawn - ein Fels, der aussieht wie ein gähnendes Nilpferd. Gegen Abend sind wir dann auf einen Rastplatz gefahren, wo wir gleich erstmal in einer Sandgrube stecken geblieben sind. Auch die nette Familie konnte uns nicht raus schieben. Keine Panik! Das ist doch die Gelegenheit, unseren Allradantrieb mal auszuprobieren! Ging super! Und macht auch echt Spaß!!! Am nächsten Tag sind wir nach Denmark gefahren, da war der Tree Top Walk in der Nähe. Eine 40m hohe Wanderung durch noch größere Bäume. Dort haben wir auch noch den Firetree bestiegen, einen ca. 55m hohen Baum. Ohne große Sicherung ging es an einer Leiter (die eigentlich nur aus Sprossen bestand, die in den Baum geschlagen waren) bis an die Spitze. Von dort aus konnte man den halben Wald überblicken Wird heute noch als Feuerturm genutzt, wenn es zu windig für Flugzeuge ist.
Jetzt müssen wir uns aber echt mal um einen Job kümmern! Also Richtung Margaret River auf einigen Weinplantagen angehalten und nach Jobs gefragt. Keiner konnte uns helfen, Mist! Den Punkt, an dem sich Indik und Pazifik treffen hatten wir auch schon hinter uns gelassen. In Margaret River haben wir uns noch in alle möglichen Joblisten eingetragen und warten nun auf Antwort. Auf unserer Weiterreise nach Perth haben wir auf einem weiteren Rastplatz gecampt. Kurz darauf fährt ein weiteres Auto vor und Jule bekommt einen Lachanfall. Ist das zu glauben? Die zwei Mädels mit dem verlorenen Rucksack kommen auf uns zu! Also Australien ist ja so was von klein! Am nächsten Tag haben sich unsere Wege zum zweiten mal getrennt. In Busselton waren wir nochmal einkaufen, weil wir uns am Abend mit 3 Jungs zum BBQ verabredet hatten Wer steht auf dem Parkplatz??? Caro und Julia! Also echt mal! Man trifft immer nur die gleichen Leute in Down Under! Gleich mit eingeladen und am Abend dann noch auf die Jungs gewartet, die sich um geschlagene zwei Stunden verspätet hatten! Nach ihrer Aussage waren sie aber pünktlich! Als wir am Strand beim BBQ saßen, stellte sich heraus, dass wir über eine Woche lang nach der falschen Zeit gelebt hatten, weil wir unsere Uhren beim Überschreiten der Zeitzonen nicht umgestellt hatten! Auf jeden Fall kamen dann noch drei Franzosen und ein Engländer zu unserer Runde dazu und haben sich an den Gesprächen beteiligt. Jetzt sind wir in Perth angekommen und wohnen vorerst in einem Caravanpark. Natürlich mit Pool! Am Montag schaffen wir endlich(!!!) unser Auto mal in die Werkstatt. Leo verlässt uns am Sonntag. Wir drei werden wohl auch wieder aufbrechen und weiter nach Jobs suchen...
18. Januar 2010
Wir sind heil in Adelaide angekommen und haben unser Hostel auch gleich gefunden. Es ist zwar das billigste und war im Lonely Planet als etwas schäbig beschrieben, aber ich find's echt geil hier! Wir befinden uns in einer alten Fabrik. Unser Zimmer ist sauber und die Doppelstockbetten sind auch ganz okay. Nur aus den Duschen kommt sehr wenig Wasser, was aber durch das kostenlose Frühstück mit Pancakes(!!!) wieder gut gemacht wird. Gleich nebenan haben wir ein McDonald's und etwas weiter auch eine Bibliothek mit kostenlosem Internet. Gestern haben wir erstmal Wäsche gewaschen (wir mussten anstehen, weil nur noch eine Maschine in Betrieb war) und uns etwas die Stadt angeguckt. Der Botanische Garten hier ist nicht sooo schön, aber ganz okay. Habe leider nur wenige Papageien gesehen :( Dann waren wir auch noch in einem kostenlosen Museum über Aboriginies und ausgestopfte Tiere. Joaa... heute waren wir dann nochmal shoppen. Morgen geht's an den Strand, und später fahren wir noch nach Hahndorf - richtig Deutsch essen!
16. Januar 2010
Also, Melbourne & Co. haben wir nun hinter uns gelassen. Auch die Great Ocean Road haben wir nun schon geschafft. Sie wird etwas überbewertet, ist aber trotzdem echt sehenswert! Die 12 Apostel waren schon toll, auch wenn nicht mehr alle stehen. Auch atemberaubend war die Londonbridge, ebenfalls schon halb eingefallen. Richtig toll war auch die einsame Bucht, in der scheinbar schon jeder war. Wir auch! Als wir da mal einen Schlafplatz gesucht haben, sind wir am Ende bei einem alten Ehepaar gelandet, in einem suuuperteuer aussehendem Haus. Wir haben im und neben dem Auto geschlafen und durften bei ihnen Duschen und Kochen. Haarewaschen kann ja sooo toll sein!
Unterwegs wurden wir von der Polizei angehalten, nur eine allgemeine Verkehrskontrolle, alles okay. Nach der Great Ocean Road waren wir im Nationalpark. Serpentinen hoch und runter, ging aber zu fahren. Wir waren auf einem alten Vulkankrater - Bombenaussicht! Während die anderen 3 noch oben waren, bin ich schon wieder zum Auto. Ich wollte gerade einsteigen, als ich ein Rascheln hörte. Ich dachte, die anderen seien schon da und dreh mich um, da steht doch tatsächlich ein rotes Riesenkäng uru vor mir! Mann, die Viecher sind wirklich riesig!
Im Grampians National Park gab es auch viele tolle Tiere. Zum ersten Mal haben wir wilde Emus gesehen. Ich war im Auto und Julia stand neben mir. Ich dachte erst, ihr Magen hätte geknurrt, aber das war der Emu, der hinter ihr stand. Die machen komische Geräusche. Kurz darauf zeigten sich auch ein paar Koalas. Auf einem anderem Rastplatz haben wir auch einen mit Baby gesehen = suess! Ich habe auch wieder viele versch iedene Papageien (auch ganz schwar ze Kakadus!), Kookaburras und einen Echidna (Stachelschwein/-igel) gesehen.
Weiter gings zu den McKennzie Wasserfällen . Richtig geil! Auf dem Weg zum Grund meinten 2 Leute, "Watch out for snakes!" und tatsächlich, unten haben wir die erste Schlange, eine schlanke schwarze, gesehen. Die Wasserfaelle waren echt bombastisch, sogar mit Regenbögen. Das lässt sich auf Fotos nur schwer einfangen. Im Kulturzentrum haben wir noch etwas über die Aboriginies gelernt.
Als die Landschaft wieder flacher wurde und um uns alles dunkler, haben wir noch sehr viele Wallabys und weitere große Kängus gesehen. Geschätzt waren es um die 500 Tiere. Die Australier zählen zum Einschlafen bestimmt Kängurus!
Wir sind immer noch auf dem Weg nach Adelaide, endlich mal wieder richtig duschen und Sachen waschen! Arbeiten wollen wir dort noch nicht, wir fahren durch nach Perth.
05. Januar 2010
Immer noch ein hallo aus Melbourne!
Nun ist es soweit - wir ziehen weiter. Die Pakistaner, bei denen wir zur Zeit hausen, müssen uns leider rausschmeißen, weil sie etwas Ärger mit ihrem Vermieter haben. Ihnen tut das unendlich leid - sie würden sogar lieber auf der Straße schlafen und uns in ihren Betten schlafen lassen - alle echt wahnsinnig nett! Na gut, aber irgendwann muss es ja auch bei uns weitergehen. Nachher fahren wir nach Phillip Island. Dort verbringen wir dann die Nacht im Auto und im Zelt. Morgen gucken wir uns die Insel dann noch etwas genauer an - hoffentlich sehen wir Pinguine! Dort soll es nämlich die kleinsten Pingus der Welt geben. Am Freitag gehts noch mal nach Shepparton. Dort können wir dann auch unser Geld in bar einfordern oder es vor unseren Augen überweisen lassen. Wie es danach weitergeht, ist noch etwas unklar. Hier sind wir ja jetzt 5 Deutsche - Max und Julia, die wir vorher schon auf der Farm getroffen hatten. Julia nehmen wir mit, Max will in Mel bleiben. Naja, wir können sie eh nicht alleine lassen, schließlich hat sie jetzt einen gebrochenen Ellbogen und kein Geld mehr. Außerdem wird es so nur lustiger :D So, muss jetzt fuer die anderen Essen machen gehen - von den Eierkuchen für 12 Personen ist gestern die Hälfte übrig geblieben xD
01. Januar 2010
Wir sind alle suuuupergut reingerutscht. Das Feeling war echt sowas von megageil! Es war ganz Melbourne in der Innenstadt versammelt, erst hat eine Band gespielt, die Leute angestachelt und dann kam der Countdown. Alle haben mitgezählt und Punkt 0 Uhr gingen dann von den großen Hausdächern die Feuerwerke los. Das war echt genial! Alle haben gejubelt und geschrien. Mir tut immer noch der Hals weh. In einem anderen Teil war das Feuerwerk noch größer, einmal war es wie ein Goldregen. Ich komm gar nicht mehr aus dem Staunen raus. Fotos haben wir vom Feuerwerk selber keine gemacht, das bleibt uns so in Erinnerung. Naja, als das Feuerwerk dann zu Ende war haben wir noch einigen Leuten ein "Happy new Year" gewünscht und sind dann losgegangen. Zwischendurch mussten wir öfter mal warten, weil immer jemand fehlte (kein Wunder bei 10-15 Leuten - genaue Anzahl unklar). Natürlich bleibt man auch so mal stehen und umarmt Leute, die einem entgegenkommen. Die Stimmung war wirklich berauschend. Das erste Essen war bei McDoof, naja, war nun mal in der Nähe. Dann sind wir so gegen 2 Uhr nach Hause gegangen, um 4 waren wir dann wieder da. Und dann wurde es traurig, ich muss jetzt noch heulen. Micha musste zum Flughafen, weil um 7 Uhr sein Flug ging. Tjaja, Abschied nehmen... das wird man wohl in Australien noch oft machen müssen. Aber manche Abschiede fallen schwerer als andere. Nun ja, da muss man durch!
Euch wünsche ich nun auch noch einen guten Rutsch, verpasst es nicht, trinkt nicht zu viel und macht euch gute Vorsätze (die man auch einhalten sollte).
24.Dezember 2009
Also, euch allen fröhliche Weihnachten! Hier wird erst am 25. gefeiert, falls man sich etwas weihnachtlich fühlt. Wir gehen so gut wie jeden Tag irgendwo baden, nur heute ist es dafür noch etwas zu kalt (also unter 30°C) und außerdem regnet es ein wenig. Im Moment sitzen wir in der Nähe von Melbourne im McDoof und genießen in dem stark gekühlten Raum freies Internet. Uns geht es soweit gut, wir sind fast alle gesund und munter (Micha hat etwas Kopfschmerzen) und besuchen einen neuen Freund, der hier studiert. Dort werden wir uns einfach mal etwas einquartieren ;P
Bis Silvester wollen wir noch bleiben, dann fliegt Micha nach Tasmanien und wir werden uns auf den Weg nach Perth machen. Naja, Weihnachtsstimmung ist das hier überhaupt nicht, ich freue mich schon auf nächstes Jahr! Viel Spaß euch noch beim Feiern, vielleicht schaffe ich es ja auch mal, anzurufen,
4. Dezember 2009
So, heute ist Donnerstag und ich habe so viel zu erzählen. Also dass wir jetzt im Caravanpark auf der Farm wohnen, wissen glaube ich schon alle. Hier gibt es viele alte, dauerbesoffene Leute, aber alle ganz nett :) Außer uns Deutschen und den Aussies gibt es ja noch die ganzen Araber.
Ich genieße hier zur Zeit eine Sonderstellung. Da in letzter Zeit viele Boxen gefehlt haben, habe ich einfach gesagt, ich schreibe alle Boxen der Deutschen auf. Damit wollten wir beweisen, dass wir nicht schummeln und mehr Boxen ansagen, als wir eigentlich haben. Ahmed vertraut mir wirklich ausgesprochen gut! Heute durfte ich mit ihm (Arm in Arm um seine Leute neidisch zu machen) zum Office gehen und fragen, wo wir als nächstes Arbeiten sollen. Dann hat der Big Boss uns beide mit seinem Pick Up zur nächsten Arbeitsreihe gefahren.
Hach ja, manchmal wünsche ich mir echt, euch alle hier zu haben, damit ihr sehen könnt, was wir hier jeden Tag bewundern dürfen. Zum Beispiel den Sonnenuntergang. Wir sind auf einen Hügel gefahren, von dem aus man eine so geile Aussicht hat, das kann man nicht mal auf Fotos festhalten, obwohl ich einige gemacht habe! Hach, ich steh manchmal nur noch auf der Leiter und vergesse vor lauter toller Aussicht das Picken total. Auf dem Rückweg hat mich dann irgendein grillenartiges Tier angefallen und genau auf den Fußknöchel gebissen – ist aber nichts passiert, außer, dass mein Fuß und den Biss etwas angeschwollen ist. Habe es gleich gekühlt und nach 2 Tagen war die Schwellung auch wieder weg.
Eine fette Spinne hatten wir auch schon! Wir hatten Wäsche gewaschen und die dann neben dem Caravan aufgehängt. Die Spinne fand die Hose von Johannes (auch ein Deutscher) wohl sehr einladend und als er sie aufräumen wollte, ist sie dann kreuz und quer drübergekrabbelt, bis er sie rausgeschüttelt hat. Genau habe ich sie nicht gesehen, aber sie war echt riesig, fast wie eine Vogelspinne. Als wir Brad die Spinne beschrieben haben, meinte er nur, es sei wohl keine Funnel Web gewesen – die hier giftigste Spinne. Naja, kann uns ja egal sein, da die schon wieder draußen ist :P
So, nun will ich euch mal einen typischen Tag beschreiben: Früh um 5 klingelt mein Wecker, ich mache ihn aus und Therry steht auf. Sie zieht sich an und dann klingelt ihr Wecker. Den noch ausmachen und erst mal Richtung Bad gehen. Wenn sie dann wiederkommt, liege ich meistens noch im Bett. Die Tür geht auf, sie kommt rein und schaltet das Licht an – bäh! Okay... also doch aufstehen, anziehen und an den Tisch setzen. Leo ist unterdessen auch im Bad. Ich setze mich zu Therry, die schon ihr Toast isst. Drauf gibt es entweder Hazelnut (besser als Nutella und nicht so teuer!) oder Schmierkäse. Leo kommt. Während ich mit meinen 3 Scheiben zum Frühstück noch auskomme, ist Leo schon bei der 7., wow! Wer fertig ist, macht sich startklar, also MP3-Player schnappen, Mütze gegen die Sonne, Sonnenbrille, Wasser und ein Mittagessen einpacken. Dann geht es eigentlich auch schon los. Obwohl wir auf der Farm wohnen, fahren wir mit dem Auto zur Arbeit. Ist in vielerlei Hinsicht praktisch. Am Start angekommen, bewaffnen wir uns mit einer Box und natürlich unseren Buckets – die Behälter, die man sich um die Hüfte bindet. Dann schnappt sich noch jeder einen Baum und es geht los. Ich bekomme von Ahmed täglich eine Extrabox, weil ich ihm beim Zählen und aufschreiben helfe (und folglich auch weniger picken kann). Alle 2 Stunden kommt der Traktor vorbei und sammelt die Boxen ein, für mich heißt das vorher nochmal durchzählen. So gegen 12 machen wir dann eine individuelle Mittagspause, heute zusammen mit Ahmed. Er meinte, wir könnten vielleicht am Samstag frei bekommen und zusammen mit ihm zum Reiten fahren – endlich! Mann, ich warte schon eine gefühlte Ewigkeit darauf. Und zu welchen Pferden fährt uns ein Araber? Hehe, ich werde schön viele Fotos von den geliebten Arabern machen und ausführlich berichten, wie es war ;P
Leo will auch noch länger bleiben und doch zusammen mit uns nach Melbourne fahren und „Weihnachten“ feiern. Also wirklich, bei 25°C kommt doch keine Weihnachtsstimmung auf! Wir haben einen Schokoadventskalender gekauft, den wir im Kühlschrank lagern. Ich hatte mir überlegt, mal ein paar Plätzchen zu backen, müssen ja nicht viele sein und einen Ofen haben wir auch! Unser Plan ist es, zu Weihnachten am Strand zu liegen, mit Weihnachtsmütze!
Therry hat ja demnächst Geburtstag, da haben wir eine kleine Überraschung geplant ;). Ahmed bringen wir gerade „Alles Gute zum Geburtstag“ bei, er will immer mehr auf Deutsch lernen und ich lerne dafür arabisch – lustige Sprache. Und weil er es toll findet, mir immer wieder was Neues beizubringen, kann ich auch einen langen Satz sagen. Den hat er sogar mit seiner Kamera aufgenommen und zeigt es dann seiner Familie. Übersetzt heißt das sowas wie „Deine Gruppe/dein Volk ist nett“. Und ausgesprochen kommt das dabei raus: „Alla jellaha illi d'haibe maniak ombarr“ So, nun sagt mal, dass ihr stolz auf mich seid! Mein Arabisch wird besser sein, als mein Englisch, haha.
Tja, was wollen wir denn nun aber nach Weihnachten machen? Also hier verdient man wirklich gut, ich schaffe jetzt sicherlich ca. 600$ pro Woche. Also könnte man auch noch etwas länger bleiben. Andererseits wollen wir auch noch mehr vom Land sehen. Wwoofing klingt jetzt super und Therry hat auch Lust darauf! Mal sehen, noch ist alles offen. Es ist wirklich super, das Leben hier einfach zu genießen, eigentlich will ich gar nicht mehr nach Deutschland. Hier sind alle nett zu dir und helfen dir gerne, in D wird man schräg angeguckt, wenn man lächelnd über die Prager Straße läuft. Das Leben hier kann so einfach sein!
Übrigens haben wir jetzt auch schon viele australische Tiere gesehen! Erst die Gelbhaubenkakadus in Sydney, die Regenbogenloris, Prachtrosellas, jetzt sind es Schwärme von Rosakakadus. Ich liebe es, sie zu beobachten, wie sie immer paarweise unterwegs sind! Selbst im Schwarm sieht man immer zweiergruppen. Morgens werden wir neben unseren Weckern auch von den Kookaburras (lachender Hans) geweckt. Es ist echt witzig, wie sie sich immer gegenseitig auslachen (Oder vielleicht auch uns?). Als es den einen Sonntag so geregnet hat, hat Brad uns in seinem Pick Up mitgenommen. Er hat uns zu einem Waldweg gebracht, wo wir ganze Horden von Kängurus gesehen haben! Man, sind die Viecher groß. Ein Wallaby haben wir auch gesehen – süß! Und dann kam eigentlich das Highlight! Eines Tages klopfte es an unsere Tür und eine Frau sagte, es sei ein Koala im Baum, gleich nebenan! Nur noch fix die Camera schnappen und nichts wie hin! Und da war er. Von seinem Platz hat er genüsslich auf uns herunterschaut. Als es mehr Leute wurden ist er etwas höher geklettert und hat sich dort dann hingesetzt. Wir haben viele Fotos von ihm gemacht, die flauschigen Ohren und das weiche Fell! Man, ist der putzig! Er ließ sich nicht von uns stören und hat nur gemütlich seine Eukalyptusblätter gemampft. Auf einer Farm in der Nähe leben Emus. Wir haben sie mal besucht. Bis auf 3-5 Meter haben sie sich dem Zaun genähert, was mir ein paar richtig tolle Aufnahmen brachte. Jetzt weiß ich, dass diese Vögel auch Knurren können! Allzu groß sind sie auch nicht, vielleicht so klein wie ich ;P Sooo, da fehlt uns ja eigentlich nur noch ein Krokodil und ein Schnabeltier, dann hätten wir alles!
So, ich wünsche euch einen wunderschönen 2. Advent, vergesst auch mal den Weihnachtsstress und stellt euch vor, mit uns 3en hier zu sein. Also, haltet die Ohren steiff!
19. November 2009
Halli hallo Leute! Na, friert ihr jetzt schon alle? Wir nicht! Wir haben heute bei 41°C arbeiten müssen. Okay, allmählich gewöhnt man sich an die Temperaturen, aber eben nur sehr sehr langsam!
Als wir neulich zur Arbeit gefahren sind, habe wir doch tatsächlich zum ersten Mal Kängurus gesehen!!! 2 Stück, die etwas entfernt von der Strasse sprangen. Ich dachte immer, die sind so klein und schnuckelig, aber nein, das sind ja riesige Viecher! Also die will ich trotz Bullbar nicht vor dem Auto haben. Koalas haben wir aber leider immer noch nicht entdeckt. 2 Freunde von uns, die mit arbeiten kommen, haben neulich einen tote Schlange gesehen. Sie meinten, die wäre vor 10 Minuten noch nicht dagewesen...
Das mit dem Caravan hat auch geklapt, wir wohnen jetzt auf der Farm von meinem Fahrlehrer ;P Nein, der sieht nur immer noch so aus! Das Teil hat eine Klimaanlage, besser als im Hostel! Und es gibt jeweils 4 Duschen und Toiletten auf dem Platz, kaltes Wasser nach der Arbeit tut ja sowas von gut! Hach, ist schon schön, wenn man dann 1 Stunde länger schlafen kann. Die nächste Stadt ist nur 25km entfernt, geht also auch.
Ich schicke demnächst ein kleines Weihnachtspaket nach Hause, wirklich nur sehr wenig! Aber da wird auch ein USB-Stick mit den ganzen Fotos drin sein, da hat wohl dann jeder was davon.
Eure weggeschmolzene Marie
14. November 2009
Die Feier war toll! Wir haben deutsche Lieder gesungen (also nur die Deutschen), das Essen war klasse! Es gab Knödel (was eigentlich Klöße sind), eine Geburtstragstorte aus Pancakes mit Früchten, Sushi (lecker!), Suppen mit viiieeel Chilli, asiatische Pelmeni, eine Art Pastete und viieeel mehr! Wir haben eine Art Radler gekauft, hat sich wohl nicht mit dem Fruchtwein und dem Lightbier vertragen, denn heute morgen hatte ich etwas Bauchschmerzen. Viel habe ich aber nicht getrunken, also ich werde nicht zum Säufer, keine Angst ;P Danach haben Therry, ein Inder und ich noch Harry Potter im Fernsehen geguckt. Er fragte dann, ob wir irgendwelche indischen Filme kennen und ich meinte nur ganz spontan: Bollywood! Er muss ja ein riesiger Fan sein, denn er meinte, wir sollen ihm die Musik beschreiben und er nenne uns den Titel. Für mich klingt das alles gleich, haha. Naja, bin dann ins Bett.
Die Sonnenaufgänge sind immer wundertschön. Wir fahren praktisch nachts los - man sieht hier den Orion - dann färbt sich der Himmel blau und an den Bergketten wird er immer röter. Das ist sowas von atemberaubend!
Heute hatten wir übrigens frei! Gleich bis 12 geschlafen, morgen wieder
zeitig raus. Heute kam der Typ vorbei, bei dem wir letzten Sonntag
gearbeitet hatten - ich habe doch 2 Körbe bekommen und dafuer auch 30$!
Juhu! Mein erstes Geld! Mal sehen, wie viel es nächste Woche
ist :) Muss dann gleich zur Bank rennen, weil das alles Bargeld
ist.
Das mit dem Caravan versuchen wir, der hat Solarwasser, eine Dusche, und eine
Klimaanlage! Echt toll! Zwei andere Deutsche, die mit uns pflücken, wollen
auch in einen Caravan. Ahmed versucht nun 2 zu organisieren. Dann hätten wir
Nachbarn :D Hoffentlich klappt das!
Ungebetene Gäste habe ich schon viele gesehen - ich bin erstaunt, dass mich die vielen Spinnen in den Kirschbäumen so kalt lassen! Hehe, wenn ich duschen gehe, fallen oft noch ein paar Ohrenkneiper aus meinen Sachen, mich hatte mal einer ins Bein gekniffen. Tja, damit muss man halt leben. Kegelschnecken haben mich aber noch nicht angegriffen, hahaha.
13. November 2009
Heute war es ganz schön heiß und wir hatten auch viele schlechte Bäume, wo wir nur noch die letzten 10 Kirschen suchen und ernten mussten. Haben aber eher Schluss gemacht. Wir arbeiten 6 Tage die Woche und 8 Stunden den Tag, mit Mittagspause. Zahltag ist Freitag alle 2 Wochen. Für uns nächste Woche. Unser Chef, also der Manager hier ist ganz nett, auch wenn ich ihn durch seinen Slang kaum verstehe.
Die Zeit vergeht doch schneller, als man denkt. Vermisst ihr mich denn? Zur Zeit habe ich wenig Heimweh, da man hier ja den ganzen Tag zu tun hat. Nur das Nichtstun ist nicht so angenehm. Okay, die Nächte sind zur Zeit auch schlimm, weil ich nur noch von Kirschen träume!
Heute ist hier eine Geburtstagsfeier von einem Koreaner, der hat alle eingeladen. Man soll etwas Typisches aus seinem Land kochen, Leo macht gerade Krautnudeln.
Ich freue mich schon auf einen Anruf von euch! Hoffentlich geht das.
12. November 2009
Wir haben seit Dienstag Arbeit! Haha, war voll genial. Da kam ein Typ ins Hostel und meinte, er suche noch jemanden mit Auto. Und da wir im Hostel so ziemlich die einzigen Leute mit Auto sind, haben wir natürlich ja gesagt. Am nächsten Tag hieß es halb 5 aufstehen und losfahren - jeden Tag 100km bis zur Plantage. Wieder Kirschenpflücken. Unser Chef heißt Ahmed und ist, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, ein Araber - so wie alle anderen in unserer Gruppe auch. Die sind alle sowas von nett! Außer ihm spricht noch einer Englisch, die anderen immer nur arabisch oder etwas französisch, also nix für mich. Okay, hoch motiviert haben wir also wieder angefangen. Die Kirschen sind hier größer, die Körbe kleiner und die Bezahlung liegt bei 10$ pro Korb. Am ersten Tag haben Therry und ich zusammen 12 geschafft, also 60$ für jeden. Gestern hatten wir auch nur 12, weil unsere Reihe total mies war. Heute immerhin schon 17 mit tierischem Muskelkater und Rückenschmerzen. Am zweiten Tag bin ich gefahren - mein erstes Tier erlegt. Naja, war "nur" ein Hase (oder Kaninchen), kein Känguru.
Toll find ich auch, dass Ahmed uns angeboten hat, in seinem Caravan zu wohnen. Das wären 150$ für uns drei pro Woche - echt billig! Und das Teil hat eine Klimaanlage!!! Im Hostel schwitzen wir uns echt kaputt. Bis Sonntag sind wir noch hier, dann sehen wir weiter.
Bis dahin, viel Spass euch in der Kälte (hier wird es etwas kühler),
8. November 2009
Wir sind ja jetzt in Shepparton, doch schon etwas weiter im Landesinneren, nordöstlich von Melbourne in Victoria. Melbourne war wirklich richtig toll! Ich habe die Woche genossen. Immer schön Sushi gegessen (ist ja billig hier ;P) und dann auch schon mal eine Arbeit gesucht.
Gelandet sind wir durch den Harvest Guide (Erntebibel) in einem Kaff. Es ist sauheiß (mind. 30 Grad), es weht kaum Wind und es sind selten mehr als 2 Wölkchen am Himmel. Okay, wir sind in einem Arbeitshostel - hier muss man sich in eine Liste eintragen und hoffen, dass die Leute zum Fruitpicking brauchen. Andere warteten schon 2 Wochen, also machten wir uns wenig Hoffnung und haben uns selber noch umgeschuat. Morgen wollen wir bei der Harvest Guide Info mal anrufen und nach Arbeit fragen.
Für unser Auto haben wir einen Power Inverter und Boxen gekauft, damit wir unterwegs endlich mal etwas Musik haben. Der Verkäufer war richtig nett. Er hat uns erzählt, dass es hier eine Dosenfabrik gibt, die auch regelmäßig Arbeiter sucht. Sowas gibt es in Deutschland nicht - da bezahlt man und fertig. Gut, sind also noch mal dahin gefahren (am Samstag) und nach kurzem Suchen haben wir dank der genauen Beschreibung auch den Eingang gefunden. Da kommt dann ein Wachmann zu uns und fragt, ob er uns helfen könne. Wir erklären ihm die Lage und er meinte nur, dass wir ein perfektes Timing hätten. Nächsten Dienstag ist da großes Anmelden. Juhu! Morgen fahren wir nochmal hin und ver suchen zu erfahren, was man so machen muss und was man verdient. Perfekt!
Früh um 9 kam der Hostelleiter ins Zimmer und fragte nur "You want to work today?" - ob wir arbeiten wollen??? Natürlich! Noch etwas verschlafen haben wir uns schnell angezogen und etwas Brot und viel (zu wenig) Wasser mitgenommen. Wir wurden dann zur Kirschplantage gefahren. Jeder bekam einen Sammeleimer und eine grosse Kiste. Auf der Fahrt war ich total aufgeregt, da das ja unser erster Job war! Wir bekamen eine kurze Einweisung und jeweils zu zweit (es waren noch 3 andere Deutsche mit) ein paar Bäume zugeteilt. Voller Elan ging es dann ans Kirschenpflücken. Mann, lecker sind die auch! Okay, haben wenig gegessen, damit die Körbe voll werden. Ich hatte erfahren, dass man nur 15$ pro Kiste bekommt (ca. 50x100x50cm). Das ist ja gar nix! Mal rechnen... ich hatte sage und schreibe 2!!! Kisten geschafft. Macht 30$-30% Steuern-9% Rente in Euro... macht ca. 2,50Euro die Stunde. ??? Wie, mehr nicht? Tse. Und dafür haben wir 4 Stunden lang in der Sonne gestanden, uns einen tierischen Muskelkater und Sonnenbrand geholt? Also echt, so eine Abzocke! Da bekommt man mehr, wenn man auf der Straße bettelt. Er meinte, er brauche uns das nächste Mal am Donnerstag und Freitag, wenn die anderen Bäume reif sind. Also damit kann man sich nicht mal die Unterkunft verdienen, geschweige denn Essen. Ich hoffe bloß, dass die Dosenfabrik mehr bringt. Leo hatte von einerer anderen Backpackerin erfahren, dass die für kleine Bins 14$ bekommen hatte. Es geht als auch besser. Ich hoffe nur, wir finden bessere Bezahlung.
Tja, jetzt sind wir alle völlig erschöpft. Ich geh jetzt jedenfalls ins Bett und hoffe, dass ich nicht ALLES morgen spüren werde. Das der Job so mies wird, hatte ich wirklich nicht gedacht.
6. November 2009
Sind hier in einem Arbeitshostel in Shepparton gelandet. Sonne kann ich euch gut und gerne abgeben! Hier ist es richtig heiß und den ganzen Tag brutzelt die Sonne auf uns nieder. Da könnt ihr euch echt bedienen! Dafür ist es nachts kalt und wir haben nur eine dünne Decke bekommen. Ansonsten ist das Hostel (eigentlich ein Motel) richtig geil. Es war früher mal ein Krankenhaus und hat einen Innenhof, einen Billardtisch und ordentliche Zimmer. Im Moment sind wir zu 5. im 12-Bettzimmer. Allerdings gibt es hier auch nichts weiter.
Auf Arbeit müssen wir jetzt wahrscheinlich 3 Wochen warten :( Aber andere meinten, mit nem Auto könne man auch einfach beim Harvest Guide anrufen und dort schneller was bekommen.
Ich hoffe ja immer noch, dass ich so ein Jillerootraining machen kann und auf eine Farm komme - da wird man meistens vermittelt und auch bezahlt. Es ist nur blöd, dass die meisten Trainer mit den großen Organisationen zusammenarbeiten - manche warten 3 Monate auf einen Trainingsplatz. Wird schon werden.
30. Oktober 2009
Wir sind jetzt heil in Melbourne angekommen und waren sehr erfreut über eine Nacht in einem warmen Bett! Unterwegs haben wir nämlich zweimal im Zelt geschlafen - es war eisig! Die erste Nacht am Highway war die (gefühlte) Hölle. Regelmäßig kamen LKWs vorbei, klang wie ein Gewitter. Der zweite Rastplatz war schon etwas abgelegener - neben einer Kuhweide. Wir haben ein Nachttier gesehen, wahrscheinlich ein Possum. Kakadus gab es auch, die waren echt laut.
Unser Auto wurde auch schon einmal durch die Werkstatt gescheucht - 150$ ärmer. Aber es scheint zumindest etwas gebracht zu haben. Der Spritverbrauch ist scheinbar gesunken.
Leo hatte mich nun auch mal fahren lassen - inzwischen haben beide keine Angst mehr - als ob ich nicht fahren könnte... Und ob das Auto nun Servolenkung hat oder nicht, ist auch egal, wenn man über den Highway brettert! Naja, sooo schnell können wir eh nicht fahren. Berg ab und mit Rückenwind sind 100km/h das Maximum.
Also Melbourne ist riesig, auch wenn es weniger Hochhäuser gibt als in Sydney. Der Verkehr ist als Autofahrer echt eine Zumutung. Gestern war ich mit Therry alleine unterwegs. Echt heiß! Und es soll ja noch wärmer werden... Wir haben uns praktisch von Trinkbrunnen zu Trinkbrunnen vorgekämpft. Glücklicherweise gibt es hier genug davon.
Naja, jetzt werden wir uns einen Job suchen, damit wir nicht ins Minus kommen.
24. Oktober 2009
Morgen verlassen wir Sydney nun endgültig, hoffen wir zumindest. Also unser großes Auto hat uns heute sicher zum IKEA gebracht. Dort haben wir dann Kissen, Decken, Becher und was man sonst noch braucht eingekauft. Haben bei IKEA Jonas und Theresa aus dem Workshop von OZ Xperience wiedergetroffen. Auch die beiden haben ein paar Sachen für ihr Auto geholt.
Heute mussten wir das Zimmer wechseln. Es ist ja eh nur noch eine Nacht, wir werden es überleben. In den letzten Tagen sind bei uns irgendwelche Idioten eingezogen, ein jointsüchtiger Computerfutzi, der uns mit seinem Laptopgetippe bis spät in die Nacht wachgehalten hat. Ein Deutscher natürlich, wie rund 85% in diesem Hostel. Habe heute eine Kanadierin kennengelernt. Mit ihr kann ich englisch sprechen. Ayana heißt sie und ist sehr nett und cool. Kann sogar einen deutschen Satz sagen: Du bist heiß! Echt lustig.
Moralisch sind wir etwas gedrückt. Ich hoffe mal, dass sich das wieder gibt, wenn wir hier raus sind. Sydney ist halt eine Großstadt, die für Touristen ganz okay ist, aber nix zum Leben. Alle sagen auch, Australien beginne erst außerhalb Sydneys.
21. Oktober 2009
Das Wetter ist hier grad total umgesprungen. Erst noch windig und "kalt", heute richtig sonnig und mindstens 30 Grad! Ich will nach Hause und Schnee sehen! ;-P
Wir sind am Meyers vorbeigegangen, das ist hier sowas wie Karstadt und da kamen doch tatsächlich Weihnachtslieder raus! Die hatten dort auch haufenweise Weihnachtsbäume rumstehen! Oh Gott, hab ich da nur gedacht. Ist doch echt verrückt, wenn man das nur mit Schnee und Kälte kennt. Haha, echt lustig.
20. Oktober 2009
Heute war wohl der verrückteste Tag in Down Under! Sowas haben wir alle noch nicht erlebt. Also, zuerst einmal waren wir alle ziemlich genervt, weil wir schon seit ca. 5 Tagen ein Auto suchen, mit dem wir nach Melbourne fahren können. Wir haben da wirklich eine Pechsträhne. Entweder sind alle Autos schon verkauft, zu teuer oder die Leute sagen 1 Stunde vor dem vereinbartem Treff wieder ab.
Wir hatten dann also einen Treff mit Bjorn, ein Deutscher :D Auch alles super, wir sind also zum Treffpunkt gedackelt und saßen pünklich da. Dann kam der Anruf, dass die das Auto gerade eben verkauft haben. Irgend so ein Typ hatte ihn auf der Straße angehalten und gesagt, "den kauf ich!". Tja.. da standen wir nun, wieder ohne Auto. Erst mal total frustriert in den Park gesetzt und noch mehr Leute angerufen. Entweder nicht da oder Auto schon weg. Einen können wir morgen noch mal treffen.
Als wir da so im Park sitzen, kommt ein asiatisch aussehender Typ vorbei und bleibt neben uns stehen. Die ersten Sätze haben wir wohl alle nicht verstanden. Es kam dann raus, dass er in einem (ziemlich teuer aussehenden) Friseursalon als Azubi angestellt ist und fragte, ob wir nicht einen kostelosen Haarschnitt haben wollen. Ich war ja erst beim Friseur und auch Leo lehnte ab. Aber Therry, noch nie beim Friseur gewesen, sagte zu. Also wir drei mit dem Typen zum Salon, Therry auf dem Stuhl, Leo und ich auf einer Bank mit einem Glas Wasser. Als wir da so saßen, klingelt auf einmal Leos Handy. Wir treffen unseren Bjorn doch noch mal! Der kam mit zwei Freunden dann aus dem Hostel und erzählte uns von einem weiteren Auto, was er uns besorgen könnte. Er fährt heute Abend zu seiner Tante, 5 Zugstunden von Sydney entfernt, schickt uns morgen ein paar Fotos von dem Allrad-Van und fährt es sogar Probe. Wird uns auch alle Macken berichten (die drei haben übrigens gerade ihr Mechatronikstudium abgeschlossen). Wir entscheiden dann, ob wir das Auto wollen, oder nicht. Alle drei sind supernett, sagt bitte nix dazu :)
Gut, morgen werden wir dann also entscheiden, wie es weitergehen soll. Ansonsten gibt es im Moment nicht sehr viel zu berichten. Am Samstag waren wir noch einmal am Bondi Beach. Leo und ich haben uns dank des starken Windes auch schön erkältet. Konnte kaum schlafen, so schlimm waren meine Halsschmerzen. Die sind jetzt wieder weg, dafür haben wir beide jetzt Schnupfen
Im Zoo waren wir auch noch. Hier im Wildlife gibt es nur australische Tierarten. Da haben wir dann die Koalas und Kängurus gesehen. Lustige Artgenossen! Zwei Schlangen habe ich angefasst, sehr warm und weich. Eigentlich wie Gummi! Das Papageiengehege war leider geschlossen :( Auf dem Rückweg haben wir dann einen freilebenden Kukaburra (auf deutsch: Lachender Hans) gesehen! Echt ein toller Vogel, wie die vielen Loris und King Parrots! Und natürlich die Kakadus ;)
Gut, ist jetzt doch länger geworden, als ich dachte. Werde jetzt Schluss machen. Im Apple Store haben die anscheinend das deutsche Winterklima aktiviert - es ist arschkalt!
13. Oktober 2009
Wieder viel passiert in den letzten Tagen hier. Das Wetter ist deutlich besser
geworden, so dass wir gestern am Bondi Beach waren. Therry und ich waren sogar im
Wasser. Allerdings sind da ziemlich hohe Wellen, also eher ein Surferstrand.
Weiter ging's dann mit einem Strandspaziergang, nur etwas anstrengend ;D
Am Sonntag waren wir auf dem Fischmarkt. Echt tolle Angebote! Und viel leckerer
Fisch (allerdings nicht so gut wie selbst gefangener). Beim Essen muss man
allerdings aufpassen, die Möwen sind sehr aggressiv. So schlimm hab ich das
noch nie gesehen. Die komischen Vögel mit den krummen Schnäbeln sind
Ibise - stinkende Dreckvögel, die gerne mal im Müll graben. Nicht
gerade schön, wenn die im Botanic Garden beim Kakadufüttern auf einen
zukommen.
Samstag haben wir Sightseeing gemacht, die Oper ist wirklich toll! Wollen heute
Abend mal hingehen, da soll sie ja auch atemberaubend aussehen. Danach waren wir
im Stadtteil "The Rocks", ein älteres Viertel, aber auch sehr schön.
Dort gibt es auch einen Markt mit viel Schnulli und Andenken. Echte Haigebisse,
richtig teuer.
Wir wollen nächste Woche nach Melbourne fliegen, müssen nur noch
gucken, womit und für wie viel. Sonst ist hier alles bestens.
11. Oktober 2009
Habe gerade noch unseren ersten australischen Cache geloggt. Könnt jetzt mal stolz auf mich sein! ;D
10. Oktober 2009
Okay, heute haben wir Sightseeing gemacht. Zuerst ging's in den Botanic Garden.
Der ist um einiges schöner als der in Dresden. Im Hintergrund hat man
meistens die Skyline von Sydney. Es gibt auch massig Tiere dort. Richtig tropisch
und exotisch sind die Flying Foxes - Fledermäuse. Die sind aber nicht so
Mini wie ihr sie kennt. Ein geschätzter Meter Flügelspannweite (da gibt
es allerdings Abweichungen, Therry meint, die seien kleiner.) und ca. 30-40 cm
groß - also ordentlich! (Wikipedia sagt, bis zu 2m Spannweite! (na ja etwas
falsch geschätzt, kann ja mal passieren xD). Und dann kam ich ins Paradies!
Kakadus ohne Ende! Die sind so zutraulich, dass sie nicht nur aus der Hand
fressen, sondern auch auf die Schulter fliegen. Hatte 2 Stück auf mir sitzen
- echt tolle Tiere! (mit scharfen Krallen - autsch!) Haben tolle Bilder von den
Dreien gemacht, wahrscheinlich wird all unser Brot für die Piepmätze
draufgehen. Elstern gab es da auch, oder wie man die nennen soll - so
schwarz-weiße Vögel, die die Kakadus verjagt haben, obwohl sie kleiner
sind. Karin, du musst mir die mal bestimmen!
Weiter ging's Richtung Meer - Oper. Haben auch viieeele Fotos gemacht (die
Rechnung wird teuer, die alle hochzuladen...). Auch ein Gruppenbild davor (auch
mit Guide). Danach in den Stadtteil "The Rocks" - der "alte" Stadtteil Sydney's.
Wirklich sehr schön. Da gab es einen Markt mit haufenweise Schnulli. Bei
Löwenbräu (dt. Kneipe in Sydney - das Bier ist da sehr beliebt!) war
das Oktoberfest angekündigt, wir wurden mit einem "Hallo"
begrüßt. Hätte fast schon "Grüß Gott" gesagt. Weiter
dann nach China Town in den Untergrund. Dort war auch Markt. Fast schon besser
als auf der LBM (~.^) - wieder Schnulli ohne Ende. Aber auch ein riesiger Obst
und Gemüsemarkt. Und natürlich zum Brechen voll (ich finde die
Marktschreier total cool, die probieren die ganze Zeit sich zu
übertönen). Haben einen Adapter gekauft und Gemüse für das
Abendbrot. Jaaa, wir leben (noch) gesund! Völlig fußlahm sind wir
wieder zur Goerge Street und haben uns in die kostenlose Buslinie 555 gesetzt.
Wird es in Deutschland niemals geben. Jetzt stehen wir wieder im Apple Store und
schreiben Mails. Naja, werden dann auch mal wieder ins Hostel zurück gehen -
mit etwas Glück noch unseren ersten Australischen Cache holen ;)
9. Oktober 2009
G'Day!
Erster Newsletter aus OZ, geschrieben von Marie ^^
Also, zu allererst: wir sind heil gelandet! Der Flug war zwar tot langweilig und
auch ziemlich unbequem, aber die vielen Filme die man gucken konnte, haben ihn
erträglich gemacht. Am Flughafen mussten wir dann auf unser Gepäck
warten (Mein Rucksack kam als erstes :D) und durch die Kontrolle. Da die anderen
beiden auch Food angekreuzt hatten, hat der Typ nur gefragt ob wir Choclat dabei
haben und uns durchgelassen - Medikamente mussten wir also nicht zeigen. Dann
wurden wir ganz nett vor dem Vodafone-Stand von Martin abgeholt. Der hat uns dann
mit dem Shuttle-Bus zum Hostel gebracht. Auf dem Weg dorthin haben wir einige
komische Vögel gesehen, mit langen krummen Schnäbeln - werd mal ein
Bild für Karin hochladen ^^
Im Hostel hieß es erst einmal einchecken, Hostel-Rundgang, schlafen,
duschen, schlafen, einkaufen, schlafen, essen, schlafen. Heute geht's schon
wieder um Einiges besser! Jetlag ist zwar noch nicht ganz weg, aber die Anderen
meinten, dafür, dass wir gestern erst angekommen seien, sähen wir
richtig gut aus (sehen wir natürlich immer ;D).
Okay, heute morgen dann also wieder aufgewacht und gefrühstückt - Schwarzbrot (also dunkles, sehr fluffiges Weißbrot) mit Nutellaersatz (hier gibt es auch richtiges Nutella, allerdings ist das andere billiger). Dann haben wir uns wieder getroffen und sind in die City gegangen - alles voll geil! Vor unserem Hostel ist ein Park und danach kommen gleich die ganzen Hochhäuser und man ist mittendrin! Sydney ist eine wahnsinns Stadt - 4 Millionen Einwohner. In den Parks, wovon es hier auch sehr viele gibt, wird darum gebeten, auf dem Rasen zu laufen. Die Sydneyer sind auch sehr sportlich - krasser Gegensatz zu Amerika. Hier gibt es viele Papageien *freu*, die Kakadus sollen sogar manchmal auf die Hand kommen! Mann, ich freu mich schon auf morgen, da gehen wir in den botanischen Garten, wo es auch viele geben soll. Dann kann ich euch auch die wahnsinns Bäume zeigen!
In der Stadt haben wir dann bei Westpac ein Konto eröffnet und bei Vodafone
eine SIM-Card geholt. Hier ist alles viel einfacher als in Deutschland und die
Leute sind auch alle sowas von nett! Einige fragen sogar nach, was "Thank you"
auf deutsch heißt und erzählen erst einmal von ihrer Familie.
Jetzt stehen wir im Apple-Shop und schreiben Mails, kostenlos. Okay, ich komm mit
Apple noch nicht ganz klar, Windows ist da besser ;) und die Tastatur ist grauenhaft! Viele Buchstaben
fehlen (4 Stück, nun ratet mal welche ;D) und manche sind ja
vertauscht.
Naja, Auf meiner Website sind schon die ersten Fotos drauf, noch nix
Spektakuläres aber immerhin was. Morgen kommen dann sicherlich noch mehr vom
Sightseeing.
Telefonieren ist übrigens auch billig - nur 2AUct pro Minute! Und mit einem
Trick kann man auch Postkarten kostenlos verschicken, allerdings 3 Wochen Seeweg
^^"
Also dann, wir verabschieden uns erst einmal, bis später!
Sincerely Marie (Zofft) und Therry und natürlich auch Leo
8. Oktober 2009
Sydney ist gigantisch aus der Luft! Hier ist es im Moment 11 Uhr. Also wünsche ich euch eine angenehme Nacht. In Abu Dhabi war nur der Strand zu sehen, die bauen da glaube grad. Haben aber 2 seeehhhr lustige Gebäude. Dort waren wir nicht so sehr lange, haben kurz UNO gespielt, dann gings in den nächsten Flieger. Da waren die Plätze halt nicht so toll und die Zeit verging eeewig nicht (v.a., weil die manchmal die Filme unterbrochen haben, weil die ein Computerproblem hatten...).
Über Australien hat man einen wunderschönen Sternenhimmel gesehen! Früh war es dann irgendwie dunkler als in der Nacht und man hat gar nix mehr gesehen, schade. Als dann die Sonne aufging, hat man auch unten was erkennen können - viiieeel Land! Hauptsächlich Landwirtschaft. Dann kam Sydney - Dresden ist ein Dorf dagegen! (Sorry!)
6. Oktober 2009
Die große Reise beginnt auf dem Flughafen Frankfurt und geht über Abu Dhabi nach Sydney.
4. Oktober 2009
So, der Rucksack ist gepackt! Er ist ganz schön schwer geworden. So langsam beginnt bei mir das Kribbeln in der Magengegend.
29.September 2009
Betreff: Besser geht's nicht
Hallo zusammen!
Ich möchte mich noch einmal gaaanz herzlich für die tolle Abschieds-/Geburtstagsfeier bedanken. Ich glaube, so eine schöne Feier hat sonst niemand gehabt. Nach dem anfänglichen Schock, der mir doch anzusehen war, war ich mehr als froh, euch ALLE zu sehen. Auch wenn dafür meine schönen Pläne für den Sonntag vernichtet wurden. Die Feier mit den vielen tollen Programmpunkten hat alles wieder wett gemacht!
Auch viiieeelen Dank für die vielen Geschenke! Jetzt kann mir da unten auch Nichts mehr passieren. Also nochmals vielen herzlichen Dank für alles!
Ich hoffe, am Wochenende werden auch ein paar Fotos auf meiner Website zu sehen sein. Das war die erste Station meiner Reise.
Heute habe ich mir selbst noch nachträglich ein Geschenk gemacht - den Führerschein (einige wissen es ja schon). Also muss die Leo nicht alleine fahren.
Vielleicht war das ja meine letzte Mail aus Deutschland und die nächste kommt aus Sydney. Also nochmals vielen herzlichen Dank für alles!
VLG, Marie
26. September 2009
Heute wurde ich mit einer Riesensupermegaabschiedsparty überrascht. So eine tolle Feier hat sonst Keiner gehabt! Zuerst dachte ich, es wird eine kleine Feier mit der Verwandtschaft. Als dann aber ALLE vor mir standen und "Überraschung" riefen, war ich baff. Daran werde ich mich noch lange erinnern!